Mannesmann setzt sich an die Spitze
UMTS: 20 Milliarden Mark sind geknackt

Was jetzt noch kommt, übersteigt die "seriöse Schätzung" von Finanzminister Eichel.

ap/vwd BERLIN/MAINZ. Bei der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen haben die Bieter am Dienstag erstmals mehr als 20 Mrd. DM geboten. In der 83. Auktionsrunde erreichte die Summe der Höchstgebote 20,022 Mrd. DM (10,237 Mrd. Euro). Erlöse von rund 20 Mrd. DM hatte Bundesfinanzminister Hans Eichel als "seriöse Schätzung" der Gesamtsumme aus der Auktion bezeichnet.

An die Spitze des Bieterfelds setzte sich am Dienstagvormittag das Unternehmen Mannesmann Mobilfunk. Die Düsseldorfer gaben für drei Frequenzpakete Höchstgebote mit einer Gesamtsumme von 5,076 Mrd. DM (2,595 Mrd. Euro) ab. Das Konsortium E-Plus und Hutchinson bot für drei weitere Frequenzpakete insgesamt 5,037 Mrd. DM (2,575 Mrd. Euro).

Viag Interkom will Ausrüster in das unternehmerische Risiko einbeziehen

Im Falle eines UMTS-Erwerbes sei es nicht einzusehen, dass die Netzbetreiber allein das Risiko des Zukunftsmarktes trügen, sagte ein Sprecher der Viag Interkom GmbH, München, am Dienstag am Rande der UMTS-Auktion in Mainz. Daher strebe das Unternehmen an, die Lieferanten durch langfristige Verträge zu binden. Zumindest ein Teil der vertraglichen Zahlungen an die Infrastrukturanbieter solle vom Erfolg des UMTS-Betriebes abhängig sein. Exklusivverträge werde Viag Interkom nicht eingehen, fügte der Sprecher hinzu.



Durch solche langfristigen Verträge würde die Gefahr von Lieferschwierigkeiten beim Netzaufbau vermindert. Wenn 60 Betreiber in Europa gleichzeitig Infrastruktur installierten, seien "Engpässe so sicher wie das Amen in der Kirche", sagte der Sprecher. Langfrist-Partnerschaften machten es weniger wahrscheinlich, dass ein Lieferant bei einem Großauftrag von anderer Seite Kapazitäten zu Ungunsten von Viag Interkom umschichte. Die notwendigen Investitionen für den Aufbau eines UMTS-Netzes bezifferte der Sprecher auf rund zehn Mrd. DM.

Finanzministerium: Auch UMTS-Mehrerlöse nur zur Schuldentilgung

Sämtliche Erlöse aus der laufenden Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen sollen nach dem Willen von Bundesfinanzminister Hans Eichel zur Schuldentilgung verwandt werden, bekräftigte unterdessen ein Sprecher des Minsterium. Die Tatsache, dass nun bei der Auktion bereits die vom Finanzminister veranschlagte Gesamtsumme von 20 Mrd. DM übertroffen worden sei, ändere hieran nichts. "Dies zeigt nur, dass wir vorsichtig geschätzt haben", sagte der Sprecher weiter. Der Finanzminister habe allerdings gehofft, dass die Einnahmen höher ausfallen würden. Mit welcher Gesamtsumme Berlin nun rechne wollte er nicht sagen.

Alle Aussagen über den endgültigen Ertrag seien zum jetzigen Zeitpunkt "Spekulationen". Deshalb werde das Finanzministerium das Ergebnis in Ruhe abwarten. Je höher die Summe letztendlich aber sei, desto größer sei auch die aus der Schuldentilgung erwachsende Zinsersparnis. Damit könnten dann nach den Worten des Sprechers mehr Mittel "für Investitionen in die Zukunft" bereitgestellt werden. Aus der erzielten Zinserparnis sollen nach dem erklärten Willen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Eichel unter anderem Investitionen in Forschung und Bildung getätigt werden.



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