Mannheimer braucht frisches Geld

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Mannheimer braucht frisches Geld

Die im MDax gelistete Mannheimer AG Holding könnte nach Auffassung ihres Vorstandschefs Hans Schreiber bald aufgekauft werden.

Reuters MÜNCHEN. Der Gedanke sei "nicht fern liegend", dass der Versicherer in absehbarer Zeit übernommen werde, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) Schreiber in einem redaktionell bearbeiteten Interview. Es gebe zwar noch keine Gespräche, doch seien "die Anfragen und Gespräche intensiver geworden".

Die Mannheimer hatte stets betont, durch ihren hohen Streubesitz unabhängig agieren zu können. Mit 13 Prozent ist die österreichische Uniqa der größte Aktionär, auch die Münchener Rück hält mehr als zehn Prozent. Insgesamt lägen rund 40 Prozent der Anteile bei verschiedenen Versicherern.

Wenn sich der Dax nicht erholt, benötigt die Mannheimer nach den Worten Schreibers in diesem Jahr erneut frisches Geld. Wenn das Börsenbarometer auf seinem jetzigen Niveau verharre, "haben wir sicher ein Liquiditätsproblem bei der Kapitalausstattung der Gruppe", zitierte die Zeitung den Vorstandschef. Die Mannheimer rechne aber mit einem Dax-Stand von 3 800 Punkten zum Jahresende.

Im September hatte Schreiber im Interview mit Reuters von einem möglichen Kapitalbedarf von 100 Millionen Euro gesprochen. Ende 2002 hätten sich die stillen Lasten bei den Kapitalanlagen auf knapp 230 Millionen Euro summiert, sagte Schreiber dem Blatt zufolge.

Im Konzern ist die Mannheimer durch einen Verlust von rund 60 Millionen Euro in der Lebensversicherung 2002 mit 40 bis 50 Millionen Euro unerwartet tief in die roten Zahlen gerutscht.

Die Prämieneinnahmen sanken um fünf Prozent auf 810 Millionen Euro. Die Dividende soll ausfallen. Erst im November hatte der Versicherer die Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung auf das vorgeschriebene Mindestmaß von 3,25 Prozent gesenkt und will sich künftig auf Risiko-Leben-Policen beschränken.

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