Mannheimer Powerlineanbieter PPC will Ausbau fortsetzen
RWE stoppt Powerline

Der Essener Energiekonzern RWE verabschiedet sich nun endgültig von der Datenübertragung per Stromleitung. Nachdem RWE bereits Ende Mai den Rückzug aus dem Geschäft mit dem Internet aus der Steckdose angekündigt hatte, gab das Unternehmen nun bekannt, dass es seine Powerlineaktivitäten bis Ende September ganz aufgeben werde.

hsn DÜSSELDORF. Das heißt, der Energieversorger wird die Powerlinetechnik nicht zur Vernetzung im Haus anbieten, wie es zunächst geplant war. Kunden, die zurzeit über die Stromleitung im Internet surfen, soll ein alternativer Internetzugang angeboten werden.

Als Grund für den Ausstieg nannte Carsten Knauer, Sprecher von RWE Powerline, die seit den Terroranschlägen vom 11. September verschärften Nutzungsbestimmungen. Danach müssten mehr Frequenzbänder für sicherheitsrelevante Dienste freigehalten werden. "Mit den übrig gebliebenen Kapazitäten können wir die versprochene Übertragungsgeschwindigkeit nicht mehr garantieren", erläutert Knauer.

Für Ingo Schönberg, Vorstand der Mannheimer Power Plus Communications AG (PPC), ist das nur ein vorgeschobenes Argument. "Die Nutzungsbestimmung wird von der Regulierungsbehörde schon seit längerem nicht mehr angewandt", sagt Schöberg. PPC ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Mannheimer Versorgers MVV Energie AG und Main.net - einem israelischen Anbieter von Powerlinetechnik. PCC bietet den Internetzugang via Steckdose in zahlreichen Regionen Deutschlands an und wäre von den Einschränkungen ebenso betroffen wie RWE.

Von den technischen Anforderungen her sei Powerline inzwischen mit DSL - der schnellen Datenübertragung über die Telefonleitung - und Kabel-TV gleichgestellt, betont Schönberg. Daher stände einem weiteren Ausbau des Powerlineangebots nichts im Weg.

Auch Energieversorger EnBW, der nun als zweiter Anbieter von Powerlinelösungen in Deutschland übrig geblieben ist, kann nicht über technische Probleme klagen. "Wir haben jedoch erkannt, dass sich der Internetzugang über die Steckdose im Vergleich zu anderen Angeboten nicht rechnet", sagt Klaus Wertel, Sprecher der Energie Baden Württemberg AG. Daher werde der Stromkonzern dieses Angebot nicht weiter ausbauen und sich auf die Vernetzung im Haus konzentrieren. "Hier gibt es inzwischen zahlreiche Kunden", sagt Wertel. Hotels und Krankenhäuser setzten die Powerlinetechnik ein, um PCs zu verknüpfen.

Quelle: Handelsblatt

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