Mannschaft des Jahres 2002
DFB-Elf: Späte Krönung für die Sympathieträger

Brasiliens Superstar Ronaldo verhinderte am 30. Juni die Krönung von Oliver doch 175 Tage nach dem verlorenen WM-Finale durfte sich die deutsche Nationalmannschaft doch noch als Sieger feiern lassen.

HB/dpa MÜNCHEN. Der zweite Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft wog bei der Wahl zur "Mannschaft des Jahres" auch schwerer als olympisches Gold in Salt Lake City. Denn es war ein Erfolg, den niemand erwartete und der drei Väter hatte: Rudi Völler, Oliver Kahn und den am Ende tragischen Helden Michael Ballack.

Als die DFB-Auswahl am 22. Mai 2002 nach Japan abflog, standen am Frankfurter Flughafen keine Fans in Schwarz-Rot-Gold Spalier. 40 Tage und sieben Spiele später bereiteten 20 000 Menschen dem Vize-Weltmeister am Tag nach dem 0:2 in Yokohama gegen Brasilien einen umso schöneren Empfang am Frankfurter Römer. "Was wäre eigentlich los gewesen, wenn wir gestern gewonnen hätten und Weltmeister geworden wären?", rief ein sichtlich bewegter Völler den Fans vom Rathaus-Balkon aus zu.

"Rudi Nazionale" ist es nur zwei Jahre nach dem Desaster bei der Europameisterschaft 2000 gelungen, das bedeutendste sportliche Aushängeschild der Deutschen wieder zurück in die Weltspitze zu führen. Völler hielt am Gros der EM-Versager fest, schuf einen einzigartigen Teamgeist, meisterte zum Abschluss einer wechselhaften WM-Qualifikation die K.o.-Spiele gegen die Ukraine und schaffte es bei der WM, in Torjäger Miroslav Klose, dem lange verschmähten Thomas Linke, Jungstar Christoph Metzelder und Dauerbrenner Torsten Frings ganz neue Leistungsträger zu formen.

In Asien stieg mit jedem Sieg das Selbstbewusstsein. Der deutsche WM-Rekordsieg gegen Saudi-Arabien (8:0) war die Initialzündung. Das 2:0 mit zehn Mann im Vorrunden-"Endspiel" gegen Kamerun stärkte den Glaube an große Taten. Kahn hielt bis zu seinem einzigen Fehler in der 67. Spielminute des Endspiels überirdisch. Klose war der "shooting star" der Vorrunde. Ballack machte mit seinen "goldenen Toren" gegen die USA (Viertelfinale) und Mitgastgeber Südkorea (Halbfinale) den Weg ins Endspiel frei. Ein taktisches Foul im Dienste der Mannschaft kostete ihn persönlich die Teilnahme am Finale. Nach dem Endspiel sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Auf diese Nationalmannschaft ist Deutschland stolz."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%