Mannschaft ist gereift
Charakter wie ein Meister

Bremen ist nach der Hinrunde der Bundesliga Erster - und fest davon überzeugt, auch am Saisonende oben zu stehen.

BREMEN. Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs hatte nach dem Spiel zur Pressekonferenz Champagner mitgebracht. Im Plastikbecher und auch nur ein bisschen. Das passte. Wie das Richtfest auch, das kurz vor dem 3:0-Sieg von Werders Bundesligafußballern gegen Hansa Rostock stattfand. Die Nordgerade des Weserstadions wird gerade umgebaut, sie ist halb fertig. Werders Meisterschaft auch. Es schwindet täglich die Anzahl derer, die daran zweifeln, dass im Sommer neben der Nordgeraden auch die Meisterschale vom neuen Glanz Bremens künden wird. Allofs zum Beispiel entdeckte jüngst "eine Siegermentalität, die die Mannschaft vorher nicht gehabt hat."

Vorher, damit sind vor allem die vergangenen beiden Jahre gemeint. Es verhielt sich jeweils so, dass die Bremer a) eine Hinrunde lang die Republik mit flüssigem Kombinationsfußball erfreuten, b) von Champions League, Madrid, Mailand, Manchester träumten und c) in der Rückrunde einbrachen.

Die Konkurrenten aus München und Stuttgart können momentan aber nicht allzu sehr auf einen Einbruch bauen. Laut Statistik wurde in 40 Jahren Bundesliga der Herbstmeister 27 Mal auch Deutscher Meister, zweimal gelang dies auch Werder. Die anderen Klubs können derzeit nur darauf hoffen, dass sich der eine oder andere Werderaner verletzt. Denn selbst in den beiden Spielen, die die Bremer verloren haben in dieser Hinrunde, zeigten sie sich dem Gegner überlegen. Einmal, beim 1:2 in Dortmund, verloren sie nur wegen eines Eigentors.

Werder verfügt über ein starkes Mittelfeld, dort ragt in der Defensive Fabian Ernst heraus, in der Offensive Johan Micoud. Und Werder hat Ailton, der gegen Rostock das 1:0 erzielte und mit 16 Treffern bislang erfolgreichster Stürmer der Bundesliga ist. Werders Trainer Thomas Schaaf ertüftelte ein sehr stimmiges System: Hinten eine Viererkette, in der Mitte eine Art Raute, vorne ein schneller Stürmer und ein weiterer guter Mann. Ein Werder-Anhänger schrieb neulich an die Zeitung, er fühle sich an den Stil erinnert, den Johan Cruyff dem FC Barcelona beigebracht hatte und weil Cruyff ja schließlich ein König gewesen sei, hob der Leser Schaaf auch gleich in diesen Rang.

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