Manöver sollte angeblich Herkunft von Schreiber vertuschen
Kiep soll umstrittene 100 000-Mark-Spende erhalten haben

Das undurchsichtige Manöver sollte angeblich die Herkunft von Schreiber vertuschen. Die von Schreiber 1994 übergebene Spende hatte zum Rücktritt des damaligen CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble im Frühjahr 2000 geführt.

ap BERLIN. Die umstrittene 100 000-Mark-Barspende des Lobbyisten Karlheinz Schreiber für die CDU ist nach Medienberichten vom ehemaligen Schatzmeister Walther Leisler Kiep für private Zwecke verwendet worden. Dies meldeten die "Süddeutsche Zeitung" und das NDR-Magazin "Panorama" am Donnerstag vorab unter Berufung auf Akten der Berliner Staatsanwaltschaft. Später soll Kiep 100 000 DM (51 300 ?) als "Privatspende" an die CDU überwiesen haben.

Das Manöver diente den Angaben zufolge dazu, das Geld zu waschen. Die Staatsanwaltschaft war am Donnerstagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die CDU wollte sich nicht äußern. Die von Schreiber 1994 übergebene Spende hatte letztlich zum Rücktritt des damaligen CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble im Frühjahr 2000 geführt. Schäuble und die ehemalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister äußerten sich widersprüchlich über die Entgegennahme der Barspende, und ihr Verbleib blieb ungeklärt. Nun sei aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft und Aussagen des ehemaligen CDU-Steuerberaters Horst Weyrauch ersichtlich, dass Baumeister das Geld an Kiep weiter geleitet habe.

Damit habe die Herkunft verschleiert werden sollen. Von dem Geld habe Kiep laut einem Vermerk von Weyrauch 70 000 DM für den Ausgleich von Steuerschulden seines Sohnes verwendet. Die übrigen 30 000 DM habe Kiep für sich behalten, zitieren die beiden Medien die Angaben von Weyrauch. Dafür habe Kiep wenig später 100 000 DM als angebliche Privatspende an die CDU überwiesen, um die Schreiber-Spende zu kaschieren. Im Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestags hatte Kiep den Angaben zufolge bestritten, die 100 000 DM erhalten zu haben.

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