Maradona-Club macht vor dem Untergang noch einmal von sich reden
SSC Neapel: Männer kämpfen um Millionen Schulden

Man mag es kaum glauben: Es gibt nicht nur Menschen, die freiwillig mehrere Millionen Schulden übernehmen, in Neapel wetteifern sogar zwei Männer darum. Der drohende Zwangsabstieg des SSC Neapel rückt unaufhörlich näher. Nicht jedoch, weil das nötige Geld fehlt, sondern, weil sich der Schuldenberg zur Machtfrage entwickelt hat. So verhindert der Stolz zweier Präsidentschafts-Kandidaten, dass die nachgeben und damit den Verein retten.

HB NEAPEL. Mit Diego Maradona schwebte der SSC Neapel im Paradies, jetzt schmort der Pleite-Club in der Hölle der Drittklassigkeit. Der italienische Fußballverband (Figc) hat dem zweifachen italienischen Meister (1987/1990) wegen seiner notorischen Geldknappheit die Lizenz für die Serie B verweigert und den Traditionsclub in die Serie C verbannt.

Seitdem brodelt es am Fuße des Vesuvs. "Rettet Napoli", schrien 40 000 Tifosi bei einer Demonstration im Stadion San Paolo. Gemeinsam mit Politikern, Künstlern und so manchem Spekulanten rufen sie nach einem Retter des maroden Clubs, mit dem es seit Maradonas Skandal umwitterter Flucht aus Neapel Anfang der 90er Jahre stetig bergab ging. Noch könnte Napoli gerettet werden wenn einer tief in die Tasche greift und innerhalb weniger Tage einige dutzend Millionen Euro hinblättert, um die seit Monaten ausstehenden Spielergehälter zu zahlen und die vom Verband geforderten Garantien für die nächste Saison beizubringen.

Wenn der SSC Neapel so also in die Drittklassigkeit verschwinden würde, wäre dies jedoch nicht auf Grund eines finanziellen Problems sondern auf Grund einer Machtfrage. Es ist schon außergewöhnlich genug, dass gleich mehrere angesehene Männer bereit sind, den Maradona-Club und damit mehrere Millionen Schulden zu übernehmen. Noch außergewöhnlicher ist es jedoch, dass sie sich gegenseitig daran hindern, dem Verein eine Finanzspritze zu geben.

Der in Genf lebende Reeder Gianluigi Aponte ist einer, der den Traditionsclub retten könnte.. Der 64-jährige Neapolitaner setzt als zweitgrößter Containerschiff-Reeder der Welt knapp 5 Milliarden Dollar im Jahr um. "Ich bin bereit, zu helfen", erklärte der Sponsor der Schweizer Americas Cup-Yacht Alinghi am Mittwoch in der "La Gazzetta dello Sport". Geld geben will der Herrscher über 331 Schiffe und 20 000 Angestellte. Jegliches Amt beim SSC Neapel lehnte Aponte aber ab.

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