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Marathon: Abera und Biwott bieten beste Unterhaltung

Der Dramatik folgte Slapstick: Mit dem packendsten Finish der WM-Geschichte und einer kuriosen Pressekonferenz sorgten der Äthiopier Gezehegne Abera und Simon Biwott aus Kenia beim Marathon in Edmonton für beste Unterhaltung.

dpa EDMONTON. Als erster Olympiasieger in dieser Disziplin holte Abera auch den WM- Titel: 200 Meter vor dem Ziel ging der Sydney-Sieger im Commonwealth Stadium an seinem Rivalen vorbei und gewann am Ende in 2:12:42 Stunden mit nur einer Sekunde Vorsprung. So knapp war es bei internationalen Titelkämpfen noch nie. "Jetzt will ich auch die nächsten Olympischen Spiele und Weltmeisterschaften gewinnen", kündigte der 23-Jährige nach schweißtreibenden 42,195 Kilometern an.

"Es war das härteste Finish, das ich je erlebt habe", erklärte Biwott, der Berlin-Sieger des vergangenen Jahres, mit unbewegter Miene und in einem ziemlich unverständlichen Englisch. Abera hatte zur verbalen Nachbereitung des Rennens seinen Mannschaftsarzt Ayalew Tilahun mitgebracht, der stolz und lächelnd die Fragen der Journalisten dem Athleten übersetzte - wenn er sie denn verstand.

Mitunter sahen die drei Podiumsteilnehmer aus wie lebende Fragezeichen. Trotz ordentlicher Fremdsprachenkenntnisse konnte sich dann auch Bronzemedaillengewinner Stefano Baldini aus Italien (2:13:18) nicht verständlich machen: Als der Europameister zu seinem Statement ansetzte, ging das Feuerwerk zum Abschluss der Eröffnungsfeier los. Für den stets freundlichen Abera war dies die passende Geräuschkulisse, um zu erklären, "dass ich sehr stolz bin, der Held von Sydney und hier zu sein".

Diese Rolle muss sich der Weltmeister in seiner Heimat jedoch mit Haile Gebrselassie teilen, der vier Mal in Folge Gold über 10 000 gewonnen hat. Wie Abera denn reagiere, wenn Gebrselassie wie angekündigt nach der WM zum Marathon wechsle? "Er ist herzlich willkommen. Wir werden uns vor den Rennen dann zusammensetzen und darüber reden, wie es laufen soll."

Deutsch wurde bei der Pressekonferenz mit den Medaillengewinnern erwartungsgemäß nicht gesprochen: Unter den 98 Teilnehmern war kein DLV-Athlet. "Das ist vielleicht die Disziplin, wo wir den größten Abstand zur internationalen Spitze haben", räumte Leistungssportdirektor Frank Hensel ein.

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