Marcelinho verdirbt Rostock den Sieg
Bayern München erklimmt Tabellenspitze

Für mindestens 24 Stunden hat sich Bayern München den Spitzenplatz in der Fußball-Bundesliga gesichert. Aufsteiger Bielefeld gelang ein Heimsieg gegen Meister Werder Bremen.

HB BERLIN. Der FC Bayern München hat vorgelegt und einen Tag vor dem Spiel des VfL Wolfsburg die Führung in der Fußball-Bundesliga übernommen. Die Bayern besiegten am 14. Spieltag den 1. FC Kaiserslautern mit 3:1 und erhöhten ihr Punktekonto auf 29. Am Sonntag kann der VfL Wolfsburg mit einem Erfolg beim Hamburger SV aber wieder alte Verhältnisse herstellen.

Unter dem neuen Trainer Jörg Berger hat Hansa Rostock im Abstiegskampf einen Nackenschlag erlebt. Einen sicher geglaubten Sieg gaben die Hanseaten bei Hertha BSC in letzter Minute aus der Hand und holten beim 1:1 nur einen Punkt. Tabellenvorletzter ist weiterhin der SC Freiburg, der sich mit 0:2 bei Borussia Dortmund geschlagen geben musste. Weiterhin zum Kreis der Abstiegskandidaten gehört der VfL Bochum, denn auch beim FSV Mainz 05 musste das Team von Trainer Peter Neururer eine 0:1-Pleite verkraften.

Aufsteiger Arminia Bielefeld kaufte Meister Werder Bremen beim 2:1 den Schneid ab und klettert auf den sechsten Tabellenplatz. Schalke 04 hat den dritten Rang mit einem 3:0 bei Bayer Leverkusen verteidigt. Verfolger Stuttgart setzte sich gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0 durch. Das zweite Sonntagsspiel bestreitet Hannover 96 beim 1. FC Nürnberg.

Arminia Bielefeld - Werder Bremen 2:1 (1:0)

Delron Buckley hätte Bielefeld in der 10. Minute in Führung bringen können, aber die letzte Konsequenz fehlte. Es dauerte weitere fünf Minuten, bis der deutsche Meister endlich ins Spiel fand und Torgefahr ausstrahlte. Geschockt gingen sie letzlich in die Pause. Denn in der Nachspielzeit hatte Fatmir Vata noch das 1:0 für die Arminia erzielt, dem Tor war ein Fehlpass von Valerien Ismael vorausgegangen.

Nach der Pause begann der Aufsteiger erneut stürmisch und wurde belohnt. Buckley betätigte sich beim 2:0 durch Marco Küntzel erneut als Flankengeber. Die Bremer Abwehr sah bei dem Treffer gar nicht gut aus. Ivan Klasnic gelang in der 83. Minute zwar noch der Anschlusstreffer, aber Nelson Valdez musste kurz darauf mit Rot vom Feld.

Bayer 04 Leverkusen - FC Schalke 04 0:3 (0:2)

Ailton gab den Schalker Anhängern in Leverkusen in der 27. Minute erstmals Grund zum Jubeln. Im Fallen besorgte der Brasilianer die Vorlage für Ebbe Sand, der mit dem 1:0 seinen dritten Saisontreffer erzielte. Genau zehn Minuten später war Ailton erneut der entscheidende Mann. Diesmal traf der frühere Bremer aber selbst - nach einer Flanke von Lincoln. Und auch der brasilianische Shootingstar der Schalker durfte sich in der 71. Minute mit dem 3:0 noch in die Torschützenliste eintragen.

FSV Mainz 05 - VfL Bochum 1:0 (1:0)

Die Mainzer ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie im siebten Heimspiel den fünften Sieg einfahren würden. Jürgen Kranmy und Benjamin Auer vergaben in den ersten zehn Minuten bereits zwei Torchancen. Dann traf in der 19. Minute Antonio da Silva mit dem Kopf zum 1:0.

In der Folgezeit ließ der Aufsteiger zu viele Torchancen verstreichen, was sich in der zweiten Hälfte hätte rächen können, denn der VfL Bochum setzte sich in Szene. Die Gelb-Rote Karte gegen Martin Meichelbeck machte alle Bochumer Bemühungen aber letztlich zunichte.

Hertha BSC Berlin - Hansa Rostock 1:1 (0:1)

Rostock ging unter dem neuen Trainer Jörg Berger voller Selbstvertrauen in das Auswärtsspiel bei Hertha BSC. In der zweiten Minute hätte Thomas Rasmussen die Hanseaten per Drehschuss erlösen können. In der Folgezeit wurden die Hausherren stärken und spielten sich einige Chancen heraus, der erste Treffer fiel aber auf Rostocker Seite. Markus Lantz zog von der Strafraumgrenze unhaltbar für Hertha-Keeper Christian Fiedler ab (36.).

Im zweiten Durchgang wechselte Falko Götz, der am vergangenen Samstag noch einen Sieg bei Schalke 04 bejubeln durfte, Giuseppe Reina und den Stürmer Artur Wichniarek ein. Und die Offensivbemühungen zahlten sich aus. In der dritten Minute der Nachspielzeit zog Marcelinho von rechter Position ab und versenkte den Ball zum Ausgleich.

FC Bayern München - 1. FC Kaiserslautern 3:1 (2:1)

Ciriaco Sforza feierte nach 18 Monaten Verletzungspause sein Comeback in der Startelf des 1. FC Kaiserslautern. Vahid Hashemian durfte bei Bayern München von Beginn an neben Roy Makaay stürmen. Das erste Tor erzielte aber Thomas Riedl. Einen Schuss von Ferydoon Zandi hatte Oliver Kahn nur abklatschen können, Riedl staubte eiskalt ab (7.). Wenig später bogen die Bayern das Ergebnis aber wieder zu ihren Gunsten. In der elften Minute traf Claudio Pizarro nach Vorarbeit von Willy Sagnol. Ausgangspunkt für das 2:1 durch Torsten Frings (26.) war Michael Ballack.

Nach der Pause reicherte José Paolo Gonzales Guerrero das Ergebnis noch an (64.).

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach 1:0 (0:0)

Beide Mannschaften begannen verhalten. Die erste echte Torchance verbuchten die Gladbacher, aber Vaclav Sverkos konnte eine Flanke von Bernd Korzynietz nicht kontrollieren. Bis zur Pause bekamen die Zuschauer im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion nur schmale Kost beider Teams zu sehen.

Erst danach erlöste Kevin Kuranyi den Stuttgarter Anhang mit dem 1:0 nach einer Flanke von Alexander Hleb (57.). Die Gladbacher steckten aber keineswegs auf. Nico van Kerckhoven köpfte auf Timo Hildebrandts Tor, Horst Heldt konnte den Ball vom Innenpfosten gerade noch vor der Torlinie weglenken (63.).

Borussia Dortmund - SC Freiburg 2:0 (1:0)

Mehr als 80.000 Zuschauer waren ins Dortmunder Westfalenstadion gekommen, obwohl nur der Tabellenvorletzte zu Gast war. Nach gerade einmal drei Minuten hatten die Fans zum erstem Mal Grund zum Jubeln, als Markus Brzenska sein erstes Saisontor per Kopf erzielte. Auch danach stand die Freiburger Abwehr schwer unter Beschuss. Den verdienten zweiten Treffer sahen die Zuschauer aber erst zehn Minuten vor Schluss, als Ahmed Madouni zum 2:0 einköpfte.

1. FC Nürnberg - Hannover 96

Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf bangt vor der Partie um seinen Kapitän. Tommy Svindal Larsen hatte sich bei der 1:2-Niederlage in Gladbach einen Anriss des Syndesmosebandes zugezogen. So wird der Schweizer Neuzugang Mario Cantaluppi von der Abwehr ins Mittelfeld ziehen, um den Norweger zu ersetzen.

Hannover kann derzeit kein Ausfall die Laune verderben. Der Tabellenfünfte hat seinen Lauf gefunden und zeigt seit Wochen einen guten Fußball. So soll der Aufwärtstrend auch in Nürnberg fortgesetzt werden. Allerdings konnten die Niedersachsen zum letzten Mal 1988 im Frankenstadion gewinnen.

Hamburger SV - VfL Wolfsburg (beide Spiele am Sonntag um 17.30 Uhr)

Für HSV-Trainer Thomas Doll ist das Spiel gegen den Spitzenreiter ein echter Gradmesser: «Da wird sich zeigen, ob wir weiter in der Mitte rumschwimmen oder den Anschluss nach oben schaffen». Der Kantersieg gegen Rostock vor Wochenfrist kann dabei nicht als Maßstab herhalten.

Aber auch für den Spitzenreiter steht einiges auf dem Spiel. Am vergangenen Spieltag profitierten die «Wölfe» noch von den Niederlagen der ärgsten Verfolger. Bei ihren Auswärtsauftritten tut sich die Mannschaft von Trainer Erik Gerets aber nach wie vor schwer. Was den Belgier nicht davon abhält, vom Titel zu sprechen. Dennoch bleibt er Realist: «Wenn wir nun bis zum Winter noch mehr Punkte dazuholen, ist das eine Sensation.»

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