Mark Todd
"Jahrhundertreiter": Comeback mit 52

Vielseitigkeitsreiter Mark Todd feiert in Hongkong sein Comeback auf der olympischen Bühne. Seinen letzten Wettkampf hatte der Neuseeländer vor acht Jahren bestritten.

Gertenschlank, die braunen Locken gestutzt und immer ein smartes Lächeln im Gesicht: "Jahrhundert-Reiter" Mark Todd wirkt auch mit 52 Jahren noch wie ein Sonnyboy und präsentiert sich bei seinem Comeback in Hongkong nach acht Jahren Abstinenz topfit. Der Vielseitigkeits-Veteran aus Neuseeland verleiht seinem Sport bei Olympia neuen alten Glanz, den das "Buschreiten" nach den Ausfällen der Stars wie Bettina und Andrew Hoy oder der englischen Queen-Enkelin Zara Phillips gut gebrauchen kann.

"Ich bin zurück in meiner Community, das ist ein gutes Gefühl", sagt der hoch aufgeschossene Athlet. Mit Community meint er das Team um ihn herum, Kollegen, Trainer, Pfleger, Tierärzte, die die Jockeys auf ihren Turnieren rund um den Globus begleiten. Auch die Medien haben sich gefreut. In Hongkong muss der Neuseeländer seine Geschichte überall erzählen.

"Ich habe nicht lange überlegt. Als ich das Pferd gesehen habe, wusste ich: Du musst es machen", sagt Todd über den Anstoß seiner Rückkehr, den zehn Jahre alten Gandalf. Ende letzten Jahres bekam der Doppel-Olympiasieger von 1984 und 1988 den Schimmelwallach in die Hände. Nach nur kurzer Testphase war der "Kiwi" begeistert und bestritt ab Februar die ersten olympischen Qualifikationsturniere mit Anlaufproblemen. "Ganz ehrlich, bis dahin hatte ich acht Jahre lang kein Hindernis mit einem Pferd übersprungen."

Ob er der Sportart für längere Zeit erhalten bleibt oder nach Olympia wieder Schluss ist, will der Routinier auch vom Abschneiden in Hongkong abhängig machen. "Eine Medaille mit der Mannschaft ist möglich", sagte der Team-Weltmeister von 1990 und 1998, der sich 2000 bei Olympia in Sydney mit Bronze von der großen Bühne verabschiedete. Vom Weltverband FEI wurde Todd zum "Vielseitigkeitsreiter des 20. Jahrhundert" ernannt.

Eigentlich würde er gern noch zwei Jahre weitermachen. 2010 sind die Weltmeisterschaften in Kentucky, und da wäre Todd gerne dabei. "In Kentucky fing für mich alles an. 1978 erlebte ich dort bei der WM mein erstes großes Turner. Ein unvergessenes Erlebnis", sagt Todd. Sein schönstes Erlebnis als Sportler waren allerdings die Spiele 1988 in Seoul: "Damals hat keiner mehr an mich geglaubt. Ich hatte ein altes Pferd, und plötzlich war ich wieder Olympiasieger."

Auch nach dem Abtritt drehte sich im Leben von Todd alles um Pferde. Gemeinsam mit seiner Frau züchtet er im Süden Neuseelands Vierbeiner, allerdings nur für die Rennbahn. "Das ist ein gutes Geschäft", sagt Todd, der seinen Sohn James noch nicht fürs Reiten begeistern konnte. "Er interessiert sich mehr für Motorsport", sagt der Vater. Tochter Lauren zeigt mehr Gefallen und ist in Hongkong dabei.

In China will der Routinier gern nochmal Edelmetall holen. Nach dem Geländeritt am Montag folgt am Dienstag der große Tag der "Buschreiter". Im Springparcours geht es um die Manschaftsmedaillen, anschließend werden die besten 25 Paare das Einzelfinale bestreiten - und vielleicht ist "Toddy" wieder dabei.

© SID

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