Marke von 2900 Punkten gehalten
MAN und HVB ziehen Dax nach unten

Belastet von Kursverlusten beim Nutzfahrzeughersteller MAN und der Hypo-Vereinsbank hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Dienstag im Minus geschlossen. Auf der Gewinnerseite ragten die Titel des Index-Schwergewichts Deutsche Telekom heraus, die Händlern zufolge unter anderem von einem über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnis der Telekom-Tochter T-Online profitierten.

rtr/vwd FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsenindex ging mit einem Minus von 0,93 % bei 2909,95 Punkten aus dem Handel. Der Nebenwerteindex MDax stieg um 0,6 % auf 3276,13 Zähler, der Technologieindex TecDax kletterte um 0,71 % auf 393,24 Stellen.

Am Nachmittag folgte der Index ohne jegliche Eigendynamik den Vorgaben der US-Börsen und schwankte in einer engen Spanne seitwärts. Die Umsätze blieben niedrig. Technische Analysten rechnen kurzfristig mit weiteren Abgaben. Nächstes Ziel sei dabei die Unterstützung im Bereich von 2830 bis 2850 Punkten.

Ohne Folgen blieben neue Konjunkturdaten. Eie Zahlen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zur Konjunkturerwartung wurden vom Markt mit einem "Achselzucken" abgetan, wie ein Händler kommentierte. Auch das höher als erwartet ausgefallene US-Handelsbilanzdefizit beeinflusste den Dax nicht nachhaltig.

Die Aktien der HVB verloren 7,21 % auf 11,33 ?, die Titel von MAN fielen um 6,15 % auf 14,79 ?. Als Grund für die Kursverluste nannten Börsianer die Quartalsergebnisse, die bei beiden Firmen jeweils unter den Analystenerwartungen gelegen hatten.

"Vor allem das schlechte Handelsergebnis hat enttäuscht", sagte ein Marktteilnehmer zu den HVB-Zahlen. Das Minus müsse man aber vor dem Hintergrund des jüngsten starken Kursanstiegs sehen - in nur einem Monat habe sich die Aktie fast verdoppelt. Mit Blick auf MAN bezeichneten die Analysten der WestLB sowohl die Zahlen als auch den Ausblick als enttäuschend.

Automobilwerte litten wie schon am Montag unter der Furcht der Investoren, dass ein schwacher Dollar immer größere Teile der erwarteten Gewinne auffressen könnte. Öl ins Feuer gossen die Analysten von Goldman Sachs: Sie stuften den europäischen Automobilsektor auf "Neutral" von "Attractive" ab. Nachdem die Titel zeitweise deutlich unter Druck geraten waren, konnten sie im Handelsverlauf ihre Verluste teilweise wieder reduzieren. Die Papiere von Daimler-Chrysler und Volkswagen gingen mit einem Minus von jeweils rund 2,3 % aus dem Handel, BMW-Aktien gaben um 1,12 % auf 29,13 ? nach.

Lufthansa gaben ebenfalls deutlicher nach und büßten 2,1 Prozent auf 9,15 Euro ein. Händler nannten zur Begründung die anstehenden Quartalszahlen. Wegen der zahlreichen Belastungsfaktoren dürften diese kaum gut ausfallen. Andererseits seien negative Neuigkeiten bereits in hohem Maß im aktuellen Kurs berücksichtigt, so dass das Überraschungspotenzial sich in Grenzen halten sollte. Auch Schering erlitten einen Rücksetzer. Händler verwiesen auf die schlechten Vorgaben des US-Konkurrenten Schering-Plough, der rückläufige Umsätze und Gewinne gemeldet hat. Schering büßten 2,2 Prozent auf 42,28 Euro ein.

Ein Plus von 2,17 % auf 11,75 ? verbuchten die Titel der Deutschen Telekom, die Händlern zufolge unter anderem von einem überraschend gutem Quartalsergebnis der Telekom-Tochter T-Online profitierten. T-Online-Aktien stiegen im TecDax um 2,59 % auf 7,12 ?.

Im MDax kletterten Depfa-Bank nach guten Erstquartalszahlen und einer Anhebung der Prognosen um 9,5 Prozent auf 54,70 Euro. Teleplan zogen mit hohen Umsätzen deutlich an. Über die Gründe für den Anstieg ließ sich nach Angaben eines Händlers allerdings nur spekulieren, denn positive Neuigkeiten seien eigentlich nicht zu erwarten. Die anstehenden Zahlen dürften nach den bisherigen Mitteilungen des Unternehmens nicht gerade berauschend ausfallen. Außerdem drohe der Titel aus dem MDax zu fallen. Teleplan gewannen 13,1 Prozent auf 4,24 Euro.

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