Marke von 3 000 Punkten sollte halten
Nasdaq-Index bleibt in einem doppelten Abwärtstrend

Auch nach dem jüngsten Anstieg der US-High-Tech-Börse Nasdaq geben Charttechniker noch keine Entwarnung: Kurzfristig drohen erneute Kursverluste, denn der Abwärtstrend ist intakt.

DÜSSELDORF. Charttechnisch befindet sich der Index sogar in einem doppelten Abwärtstrend: Der längerfristige wurde auf dem Allzeithoch bei 5 132 Punkten im März eingeleitet, der kurzfristige und zugleich erheblich steilere Abwärtstrend zum Ende der Zwischenerholung am 1. September. Anfang dieser Woche scheiterte der Index daran, den sehr starken Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen.

Hoffnung geben die Tiefpunkte zwischen Mai und Oktober. Sie lagen jeweils knapp über 3 000 Punkten. In diesem Bereich hat sich inzwischen eine starke Unterstützungsmarke gebildet. "Hier bietet sich die Möglichkeit der Stabilisierung. Das 3 000er-Niveau darf nicht kaputt gehen", meint Holger Struck von M.M. Warburg. Nach der heftigen Rally in den vergangenen Tage, die den Nasdaq-Index fast 17 % nach oben trieb, spreche jetzt vieles für eine Konsolidierung.

"Kurzfristig wird es eher abwärts gehen", vermutet auch Carsten Jansing von Hornblower Fischer. Dabei sei ein erneuter Test des Tiefs bei gut 3 000 Punkten möglich. "Sicher ist es nicht, dass dieser Boden hält", warnt Jansing. Vorausgesetzt die Marke habe erneut Bestand, sei anschließend im günstigsten Fall eine Aufwärtsbewegung bis maximal 4 200 oder 4 300 Punkten möglich. Dieser Bereich hat sich als starke Widerstandszone heraus gebildet, nachdem er im Juli und September nicht überwunden worden war.

Zwei Szenarien hält Warburg-Analyst Struck für möglich: Sollte die 3 000-Punkte-Marke halten, stehe einer gemäßigten Jahresendrally nichts im Wege. Im Idealfall sei dann der Weg bis zum Widerstand bei gut 4 200 Punkten frei. Für wahrscheinlicher hält Struck aber den Anstieg bis in den Bereich von nur 3 500 Punkten. Der Grund: Die heftige Korrektur seit März ist voll intakt und bremst Investoren nachhaltig, sich massiv im Markt zu engagieren. Halten die 3 000 Punkte nicht, drohe ein Fall auf 2 800 und im schlimmsten Fall auf 2 500 Punkten. "Dazwischen gibt es eine breit angelegte Unterstützung", meint der Warburg-Spezialist.

Händler und Charttechniker raten dem Anleger in der jetzigen Phase, abzuwarten oder allenfalls zu vorsichtigen Käufen. Denn neben dem weiter unbefriedigenden Chartbild lasten die Euro-Schwäche und Dollar-Stärke ebenso auf den Kursen wie die steigenden Rohölpreise, die anhaltende Inflationsangst und die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen in den USA und in Europa.

Warburg-Analyst Struck empfiehlt, sich jetzt "defensiv zu positionieren". Gemeint ist, den Blick auf charttechnisch interessante und überverkaufte Werte wie Intel, Biogen, Apple, Ebay und Ariba, und auch auf die Marktführer AOL, Yahoo und Amazon zu richten. Anleger könnten beginnen, bei diesen Werten erste Positionen aufzubauen. "Das Chance-Risiko-Verhältnis ist jetzt viel besser als noch vor einem halben Jahr", meint der Charttechniker. Vor allem Qualcomm biete gute Chancen, nachdem der Telekomausrüster seinen rasanten Abwärtstrend nach oben durchbrochen habe und in den vergangenen Wochen deutlich zulegen konnte.

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