Markensterben
No-Name-Produkte stoßen in mittlere Preislagen vor

In den Regalen der deutschen Supermärkte werden Markenartikel zunehmend von No-Name-Produkten verdrängt. Bei einzelnen Waren hätten die No-Name-Produkte zusammen bereits einen höheren Marktanteil als der jeweilige Marktführer, teilte die Werbeagenturgruppe Grey am Dienstag in Düsseldorf mit. Dabei seien Produkte des führenden Discounters Aldi einbezogen.

HB/dpa DÜSSELDORF. Zwar hätten Markenartikel noch einen Marktanteil von mehr als 70 Prozent im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die No-Name-Produkte stießen jedoch aus den tieferen in die mittleren Preislagen vor. In England hätten Markenartikel nur noch 60 Prozent Marktanteil. Die mittlere Preislage in den Regalen nehme tendenziell zu Gunsten von tiefpreisigen Artikel und auch höherpreisigen Markenartikeln ab.

"Zum ersten Mal in der Geschichte des Markenartikels verschwinden mehr Marken vom Markt, als neue hinzukommen", sagte Grey-Europa-Chef Bernd M. Michael. Neben den Discountern veränderten aber auch andere Handelskonzerne die Markenlandschaft, indem sie Produkte unter einem Eigennamen herstellen ließen. Sie wollten sich so von der Konkurrenz absetzen. Bei diesen Produkten sei ein Preisvergleich schwieriger.

Starke Markenartikel würden aber nicht aus den Handelsregalen in Deutschland verschwinden. Innovationen und Qualitätsmerkmale würden stärker in den Vordergrund gestellt. Zudem gewinne die Kundenbindung für die Unternehmen an Bedeutung. "Es ist zehn Mal so teuer, einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen bestehenden Kunden zu halten", unterstrich Michael. Deshalb werde Werbung gezielter eingesetzt.

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