"Marketing-Gesamtkunstwerk"
Smart in Fahrt

Vor vier Jahren wagte es das Haus mit dem Stern, einen zweifarbigen Winzling auf die Straße zu schicken: Smart. Prompt hatte es der Bucklige wirklich schwer, sich durchzusetzen. Doch heute wird er als das akzeptiert, was er immer sein wollte: mehr als ein Auto.

bd Smarts, die quer zur Richtung in der Parklücke stehen, gehören inzwischen zum deutschen Innenstadt-Alltag. Das ist schon ein Erfolg, denn als Daimler-Benz seinen Zwerg im Oktober 1998 vorstellte, wollte niemand etwas von ihm wissen. Testfahrer klagten über Anfahrschwäche und harte Federung. Daimler-Aktionäre wollten den Ausflug der Premiummarke ins Kleinstwagensegment nicht wahrhaben. Wer den Smart kaufen sollte, war auch nicht klar.

Und der Smart legte einen mächtigen Fehlstart hin. Der Elchtest brachte nicht nur die A-Klasse, sondern auch den Smart zum Kippen. Der Verkaufsstart wurde kurzfristig um ein halbes Jahr verschoben. Organisatorische Probleme im neuen Werk im lothringischen Hambach und andere Mängel waren zu beheben.

Mit seinen zwei Sitzen ist der Smart ein Auto für die Stadt. Doch den Vätern des Kleinen war das nicht genug. "Mit dem Smart macht man nicht nur ein Auto", sagte etwa Daimler-Pkw-Chef Jürgen Hubbert zum Verkaufsstart. Tatsächlich war der vom Swatch-Uhrenkönig Nicolas Hayek entwickelte Mini auf vier Rädern immer mehr als nur ein Fahrzeug, dahinter steckte eine Art Marketing-Gesamtkunstwerk, dass mit Smartville, der Fabrik in Hambach beginnt und bei den Glastürmen, in denen die Smarts beim Händler stehen, noch nicht aufhört.

Berauschend ist der Absatz dennoch nicht, 2001 verkaufte MCC 116 000 Autos - und verfehlte damit die Kapazitätsgrenze von 200 000 Stück. Das mag auch mit dem Preis zu tun haben, zweieinhalb Meter Auto kosten in der Grundausstattung 8 520 Euro. So ist das Projekt Smart bis heute ein Verlustgeschäft geblieben. Jetzt soll es mit einer veränderten Strategie aufwärts gehen. Mehr Länder, mehr Modelle. Auch in Tokio und Hongkong gibt es jetzt den Smart, ein Viersitzer und der neue Roadster ergänzen den Ur-Smart und das Cabrio. Spätestens 2004 möchte MCC dann erstmals schwarze Zahlen schreiben.

Quelle: Handelsblatt

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