Marketing-Kooperation mit Deutscher Telekom
Microsofts X-Box geht zur Cebit online

Wenn am 14. März die Onlinespieleplattform von Microsoft startet, wird das entsprechende Projekt von Konkurrent Sony noch nicht einmal in der Betatestphase sein.

MÜNCHEN. In acht europäischen Ländern gleichzeitig wird Microsoft die Spieleplattform X-Box live starten. Dann können die Käufer der Videospielekonsole X-Box online mit- und gegeneinander spielen. Onlinegaming gilt als beachtlicher Wachstumsmarkt Nach Angaben von Nielsen/NetRatings besuchten im Januar 2003 mit rund 5,9 Mill. Europäer mehr als doppelt soviele wie im Vorjahresmonat über einen Heim-PC entsprechende Angebote im InternetDas seien, verglichen mit dem Vorjahresmonat, mehr als doppelt soviele gewesen.ein Plus von mehr als 100 . In Deutschland stieg die Nutzung von Online-Gaming im gleichen Zeitraum um 50 % auf 1,5 Mill. Menschen. Damit sei Deutschland der größte Markt, gefolgt von Frankreich. In den Niederlanden, spielten fast 18% der Internetnutzer online.

Diesen Markt will Microsoft zügig für seine Spielekonsole erschließen. In den USA - wo Sony und Microsoft bereits online sind - wurden in wenigen Monaten 350 000 Online-Sets für die X-Box verkauft, Sony konnte für seine Playstation 2 sogar 600 000 Online-Adapter verkaufen, erklärte ein Sony-Sprecher.

Doch auf der Cebit, die 2003 zum ersten Mal auch für Unterhaltungselektronik geöffnet ist, wird Microsoft dominieren. Während die Redmonder ihre Startparty in Hannover feiern, bereitet sich Sony noch auf die europäische Testphase vor, die im April anlaufen soll.

Für X-Box-Manager Robert "Robbie" Bach, ist Onlinegaming ein wichtiger Faktor, um sich von der übermächtigen Konkurrenz des weltweiten Marktführers Sony abzuheben: Während die X-Box in Deutschland, Frankreich und England zusammen laut Microsoft "über eine Million mal" verkauft wurde, kommt Sonys Playstation 2 alleine in Deutschland auf 1,5 Millionen verkaufte Einheiten.

Doch den Online-Startvorteil will Bach jetzt weidlich ausnutzen: Mit sechs Multiplayer-Spielen geht der Softwareriese an den Start, er rechnet mit "mehreren zehntausend Teilnehmern". Außerdem soll nach Handelsblatt-Informationen eine Marketing-Partnerschaft mit der Deutschen Telekom angekündigt werden. Für weniger als 300 Euro sollen eine Spielekonsole plus DSL-Modem und DSL-Anschluss vermarktet werden. Ein Microsoft-Sprecher sagte auf Anfrage lediglich, man werde "eine Partnerschaft mit einem großen Marktteilnehmer" bekanntgeben.

Ein Schatten fällt aber noch die X-Box-Onlinewelt. Electronic Arts, weltgrößter Spiele-Softwarehersteller mit Milliardenumsatz, ist noch nicht auf der Spieleplattform vertreten. "Es gibt Gespräche", so Bach. Doch Electronic Arts hat eigene Pläne. Mit Millionenaufwand wurde die Spieleplattform EA.com aufgebaut. Die steht in direkter Konkurrenz zu X-Box live. Ein EA-Sprecher bestätigte, dass bislang keine Zusammenarbeit mit X-Box-live geplant ist.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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