Marketing-Müll im Handy-Format
Werbe-Terror per SMS

Knapp 20 Milliarden SMS-Botschaften verschickten die Deutschen im vergangenen Jahr. Aus dieser Lust wird aber immer mehr eine Last, denn auch die Werbeindustrie hat das Handy-Display neben der E-Mailbox als Marketing-Plattform entdeckt.

Nie DÜSSELDORF. Nicht selten flattern dabei vermeintlich private Kurznachrichten wie "Hi, hab schon versucht Dich zu erreichen, ruf mich unter 01908xxxxx zurück" aufs Mobiltelefon. Und was sich hier verlockend anhören mag, ist alles andere als privat und sollte tunlichst im Netz-Nirvana verschwinden. Gleiches gilt für Hotel-Gutscheine oder Kaufangebote via SMS - Finger weg!

Kostenfalle Rückruf

Denn auf der nächsten Handy-Rechnung macht sich die spontane Antwort auf eine derart getarnte Werbe-Botschaft garantiert bemerkbar. Lange Ansage-Texte oder musikalische Warteschleifen fressen unweigerlich horrende Gebühren. Der Anruf bei einer 0190-8-Nummer kostet aus dem Festnetz bereits satte 1,86 Euro pro Minute - via Handy können sich die Gesprächskosten sogar noch verdoppeln. Vorsicht ist also angesagt.

Rechtswidrig: Unerwünschte Mails

Rechtlich sind unerwünschte Werbemails via SMS oder E-Mail nach vorherrschender Juristen-Auffassung genauso verboten wie unverlangte Werbefaxe. Die entsprechenden Urteile seien übertragbar. Tenor: Ohne ausdrückliche Zustimmung des Empfängers dürfen Geräte-Adressen beziehungsweise Rufnummern nicht als Reklameziel genutzt werden, da dem Empfänger damit Zeit geraubt und Kosten verursacht würden.

Kaum Schutz möglich

Technisch gibt es leider kaum Schutz gegen die Werbe-Botschaften via SMS. Kann die eigene E-Mailbox noch mit speziellen Filtern und kleineren Software-Tools teilweise geschützt werden, stehen in der Mobilfunk-Welt Tür und Tor offen. Da bleibt nur eins: Ist der Absender unbekannt, grundsätzlich nicht auf die Nachricht reagieren - egal was die Textzeilen versprechen.

Beweismittel speichern

Sofern Sie rechtlich gegen den Werbeterror vorgehen wollen, speichern Sie die Botschaften als Beweismittel ab. Allzu große Hoffnungen dürfen Sie sich vor Gericht aber nicht machen, denn kommt der Auftraggeber aus dem Ausland, wird das Verfahren schwierig.

Vorsorge hilft

Um zumindest einen Teil der Werbebotschaften loszuwerden, können Sie sich in die so genannten Robinson-Listen eintragen. Sie sollen weitere Belästigungen verhindern. Leider halten sich nur seriöse Anbieter an die Robinson-Listen gegen unerwünschte Telefonate und Faxe (www.telerobinson.de), SMS-Botschaften (www.sms-robinsonlist.de) oder E-Mails (www.robinsonlist.de).

Außerdem können Sie jede Menge Werbemüll von Ihrem Telefon fernhalten, indem Sie Ihre Handy-Nummer nie bei Registrierungen und Gewinnspielen angeben und die Rufnummernübermittlung im Telefonmenu deaktivieren.

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