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Marketing per SMS

Zehn Milliarden versendete SMS per Jahr - Tendenz steigend - sind eine ideale Ausgangslage für Anbieter, in Kontakt mit ihren Kunden zu treten und diese zu binden. Marketingstrategien zielen dabei auf den Massenversand von SMS sowie unter anderem den Aufruf zur Teilnahme an Abstimmungen und Spielen per SMS ab. Mehr zur mobilen Zukunft im Mobile Special

DÜSSELDORF. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Internetnutzern verdoppelt:Rund 48 Millionen Menschen telefonieren mobil, während lediglich 24,2 Millionen Deutsche im Internet surfen. Die 48 Millionen Handy-Nutzer verschickten allein im Dezember 1,8 Milliarden und im gesamten Jahr 2000 zehn Millarden SMS (Short Message Service) in Deutschland - Tendenz steigend. Das belegt die im März erschienene siebte Welle des GfK -Online-Monitors. Aber was ist eigentlich so interessant an der 160-Zeichen-Botschaft? Eine SMS ist schneller als ein Brief, unaufdringlicher als ein Anruf und persönlicher als eine E-Mail. Obwohl die SMS massenhaft verschickt werden, ist sie im Grunde dennoch ein Beziehungsmedium, das für die Nutzer zum integralen Bestandteil der Kommunikation geworden ist - und das nicht mehr ausschließlich bei Jugendlichen, obwohl diese momentan sicherlich noch die entscheidende Zielgruppe sind.

Bottleneck versus Massenversand per SMS

Zu Stoßzeiten wie beispielsweise Weihnachten oder Silvester kann es allerdings passieren, dass die Kurzbotschaften ungelesen im Orbit verschwinden und entweder Tage später oder gar nicht mehr auftauchen, weil die Netzbetreiber den Ansturm von Millionen gleichzeitig gesendeter SMS nicht bewältigen können. Aber gerade im Massenversand der Kurzbotschaften liegt das Geschäftspotenzial.

Das Unternehmen ucp - Universal Communication Platform GmBH, u.a. verantwortlich für die SMS-Community uboot.com - hat einen Service entwickelt, der den Massenversand von SMS mit Antwortmöglichkeit erlaubt und dabei die Unabhängigkeit vom Netzbetreiber gewährleistet. "Waren vergleichbare interaktive Services bisher auf einen Durchlauf von wenigen hundert SMS in der Stunde begrenzt, ermöglicht sms.XL einen Massenversand von SMS, ohne dass eine Direktanbindung an einzelne Systeme der Netzwerkanbieter nötig ist", erläutert Thorsten Falger, Public Relations von ucp, gegenüber Handelsblatt.com. Laut Falger verbindet sms.XL erstmalig eine hohe Übertragungsrate von Kurzbotschaften mit der direkten Interaktion. Für das Mobile Marketing bedeute diese Entwicklung laut ucp "einen Quantensprung". Denn SMS würden als Kundenbindungstool immer beliebter. "Mit sms.XL ist die Interaktion über Kurznachrichten erstmals auch über Massenmedien wie das Fernsehen seriös zu realisieren", sagt Christian Lutz, CEO des Universal Communication Platform.

Kundenansprache per SMS

Die Möglichkeiten, per SMS kostengünstig Kunden anszusprechen und zu binden, werden immer vielfältiger. Schließlich sind die Kommunikationsmöglichkeiten unbegrenzt, Kürze in der Formulierung ist allerdings geboten: Ein TV-Sender lässt über Musikcharts abstimmen, eine Illustrierte ruft zu einem Gewinnspiel auf, während einer Talkshow laufen Kurzkommentare der Zuschauer als TV-Ticker, ein Wirtschaftsunternehmen befragt seine Kunden oder übermittelt seinen Außendienstmitarbeitern Informationen, usf usf.

Claudia Pöpperl, Geschäftsführerin der ucp, erläutert Handelsblatt.com konkrete Marketingmaßnahmen via SMS: "Für die Sportartikel-Kette Intersport hat ucp beispielsweise ein Gewinnspiel entwickelt. Dabei war auf dem Kassenbon eine Code-Nummer vermerkt, die der Kunde per SMS versenden sollte. Daraufhin erhielt der Kunde unmittelbar die Antwort, ob er gewonnen hat. Im Falle eines Gewinnes wurde die Hälfte des Kaufpreises zurückerstattet. Ohne großen Aufwand konnte Intersport somit den Kunden ein Spielerlebnis vor Ort vermitteln und die SMS als Marketinginstrument nutzen."

Marketing mit SMS-Spielen

Mobile Spiele eröffnen ein neues Kapitel des Mobile Commerce. So kündigte Motorola zur Cebit an, dass es in Kooperation mit dem finnischen Unternehmen Codeonline "Trivial Pursuit" und "Wer wird Millionär?" auf mobilen Endgeräten realisieren will. Die Spiele wurden speziell für die mobile Anwendung konzipiert und können per SMS (Short Message Service) oder WAP (Wireless Applikation Protocol) genutzt werden. Motorola wird die Spiele allen Netzbetreibern zur Vermarktung anbieten, die den Service wiederum dem Nutzer in ihrem WAP-Portal oder durch individuelle SMS-Anmeldung zugänglich machen. Codeonline stellt die erforderliche Plattform. Weitere Spiele sollen in den kommenden Monaten folgen.

Neben der Kundenbindung lässt sich via SMS auch direkt Umsatz erzielen, wie viele erfolgreiche Geschäftsmodelle gezeigt haben: Für jede SMS-Antwort, die auf den Aufruf zum SMS-Versand eingegangen ist, werden die Content-Anbieter bei den Netzwerkbetreibern am Umsatz beteiligt.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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