Marketingausgaben stiegen drastisch an
Chrysler verschärft den Sparkurs

Der US-Autobauer Chrysler muss in diesem Jahr weitaus mehr sparen als er im Zuge seiner Sanierung geplant hatte.

Reuters GENF. "Wir müssen das um eine beträchtliche Summe übererfüllen", sagte der Chief Operating Officer (COO) von Chrysler, Wolfgang Bernhard, am Dienstag im Interview mit Reuters auf dem Genfer Automobilsalon mit Blick auf das vor zwei Jahren ausgegebene Kosten-Einsparziel von 7,2 Milliarden Euro.

Chrysler gerät von zwei Seiten unter Druck: Die Absatzzahlen in den USA gingen im Februar um 4,5 Prozent zurück, zugleich muss die US-Tochter von Daimler-Chrysler aber mehr Geld in die Hand nehmen, um nun doch den Preiskampf mit GM und Ford aufzunehmen. Bernhard wollte eine erneute Aufstockung der Marketingausgaben in diesem Jahr nicht ausschließen.

Chrysler hatte trotz des Preiskampfs und der schwächelnden Konjunktur zuletzt daran fest gehalten, seinen operativen Gewinn im laufenden Jahr auf zwei (Vorjahr bereinigt: 1,317) Milliarden Euro zu steigern. Damit ist der US-Autobauer die einzige Sparte von DaimlerChrysler, die sich für 2003 ein konkretes Ertragsziel gesetzt hat. Im Februar schnitt Chrysler mit einem US-Absatz von 170.614 Fahrzeugen zwar um 4,5 Prozent schlechter ab als ein Jahr zuvor, aber ein wenig besser als die heimischen Konkurrenten in den USA. Mercedes-Benz, die zweite große Marke im Konzern, steigerte die Verkaufszahlen in den USA dagegen um 8,1 Prozent.

Chrysler hatte lange versucht, sich so gut wie möglich aus dem Kampf um Rabatte und andere Kaufanreize heraus zu halten. Erst nach dem Weihnachtsgeschäft hatte die Nummer drei auf dem US-Markt umgeschwenkt und längere Garantien, Preisnachlässe sowie verbilligte Finanzierungen angeboten. In einem Interview mit der "Financial Times" (Dienstagausgabe) sagte Bernhard: "Die Incentives sind für die Kunden mehr wert (als die der Rivalen), kosten uns aber weniger." Im vierten Quartal 2002 war der operative Gewinn von Chrysler auf 77 Millionen von 325 Millionen Euro im Vorquartal eingebrochen.

Dazu beigetragen hatten unter anderem drastisch gestiegene Marketing-Ausgaben, die auf 24 von 16,3 Prozent des Umsatzes nach oben schnellten. 2003 könnte der Aufwand für Werbung und verkaufsunterstützende Maßnahmen im Vergleich zu diesem Niveau noch weiter steigen. "Ich würde einen Anstieg der Marketingkosten nicht ausschließen, aber ich schließe gar nichts aus", sagte Bernhard Reuters.

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