Marketingstrategen toben sich aus
Mit Spenden werben

Für die Betroffenen der Flutkatastrophe haben zahlreiche Unternehmen aus ganz Deutschland bereits Geld- und Sachspenden in mehrstelliger Millionenhöhe geleistet. Doch mit stillschweigender Scheckübergabe an die Notleidenden ist es meist nicht getan. Wenn Unternehmen spenden, dann muss es kreativ zugehen. Dabei überlagert jedoch manchmal die Werbung für den eigenen Konzern die Hilfsbereitschaft.

HB DÜSSELDORF. Wenn man dem schwedischen Möbelhaus Ikea Glauben schenken mag, kann man Hochwassergeschädigten schon durch genüssliches Kaffeetrinken helfen. Zumindest aus dem Ikea-Becher "Bang". Denn der Umsatz der nächsten zwei Wochen aus dem Verkauf des Bestsellers kommt den Menschen in den betroffenen Regionen zugute plus einer Startspende von 200 000 Euro. "Wir machen einen Teil, unsere Kunden den anderen", lautet das Motto des Einrichtungshauses.

Ähnliche Aktionen haben inzwischen auch andere Unternehmen gestartet. Mit dem nicht unwesentlichen Nebeneffekt, dass der Absatz der eigenen Produkte gesteigert wird. Die Kreativen in den Marketingabteilungen haben das Ruder in dieser Sache übernommen und toben sich nun weidlich aus.

Die Magazine "Stern" und "Focus" wollen für jedes im Einzelverkauf abgesetzte Heft der nächsten Ausgabe einen Euro spenden. Der Finanzdienstleister Frey Financial Services überlässt 5 Euro für jeden abgeschlossenen Finanzierungs- bzw. Leasingvertrag der Monate Juli und August 2002 den Hochwasseropfern.

Hasseröder: Ein Euro für jeden Kasten Bier

Als Brauerei aus einem von der Katastrophe betroffenen Bundesland könne Hasseröder "nicht tatenlos zusehen", heißt es aus der Zentrale in Wernigerode. Stattdessen spendet das Unternehmen ab sofort einen Euro pro verkauften Kasten Premium Pils. "Mit dieser Aktion sollen die Kunden aufgefordert werden, sich aktiv an der Beseitigung der Folgen des Hochwassers zu beteiligen", erklärt Stephan Wirtz von der Pressestelle der Brauerei. Das geschieht aus Unternehmenssicht unter anderem, indem die Verbraucher das Bier aus dem Harz kaufen. Aber die Brauerei helfe den Flutgeschädigten in jedem Fall durch eine Spende von 250 000 Euro, unabhängig, was der Verkauf einbringt - mehr werde aber auch nicht draufgelegt.

Die Eröffnung des neuen Porschewerks in Leipzig verknüpfte der Automobilkonzern mit einer Spende von 2 Mill. Euro an die Hochwasseropfer. "Unsere Spende, aber auch unsere neue Fabrik in Leipzig stehen für den Aufbau Ost", sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Wendelin Wiedeking.

Mit Deichmann-Gummistiefeln durch die Fluten


Andere Unternehmen wie Deichmann setzen auf Sachspenden. 5 000 Gutscheine im Wert von 20 Euro und 2 000 Paar Gummistiefel stiftete die Schuhfirma, laut Bild am Sonntag. Die Tui AG spendiert 100 Reisegutscheine im Wert von 1 000 Euro. Die Reisen sind für besonders engagierte Helfer oder Betroffene gedacht, um sich von den Strapazen zu erholen.

Einen Mittelweg zwischen Geld- und Sachspenden wählte der Bayer-Konzern. 1 Mill. Euro soll direkt an die Opfer gehen, eine weitere Millionen ist für Hilfsaktionen und Sachspenden gedacht. Zusätzlich können sich Mitarbeiter auf Wunsch von der Arbeit freistellen lassen, um vor Ort im Katastrophengebiet zu helfen. Auf Spenden der Mitarbeiter legt Bayer das Doppelte drauf.

Auch wenn es in den Hochwassergebieten momentan noch an so Manchem fehlt, an Kaugummis wird es nicht mangeln. Dafür sorgt die Wrigley GmbH. Die Firma tauscht den beschädigten Bestand an Kaugummis aus.

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