Archiv
Marks & Spencer wappnet sich mit Strategieplan gegen Green-ÜbernahmeDPA-Datum: 2004-07-12 12:04:02

(dpa-AFX) London - Der britische Einzelhändler Marks & Spencer Plc < MKS.ISE > < MKS.FSE > will sich mit der Rückzahlung von 2,3 Milliarden Pfund (3,45 Mrd Euro) an seine Aktionäre gegen eine Übernahme durch den Milliardär Philip Green wappnen. Zugleich stellte der Konzern einen Strategieplan vor, in dessen Zentrum die Stärkung der Marke und die Konzentration auf das Konzerngeschäft steht. Ein kräftiger Tritt auf die Kostenbremse soll im kommenden Geschäftsjahr 2005/2006 Einsparungen von 250 Millionen Pfund bringen.

(dpa-AFX) London - Der britische Einzelhändler Marks & Spencer Plc < MKS.ISE > < MKS.FSE > will sich mit der Rückzahlung von 2,3 Milliarden Pfund (3,45 Mrd Euro) an seine Aktionäre gegen eine Übernahme durch den Milliardär Philip Green wappnen. Zugleich stellte der Konzern einen Strategieplan vor, in dessen Zentrum die Stärkung der Marke und die Konzentration auf das Konzerngeschäft steht. Ein kräftiger Tritt auf die Kostenbremse soll im kommenden Geschäftsjahr 2005/2006 Einsparungen von 250 Millionen Pfund bringen.

Durch die Kapitalmaßnahme, weitere Einsparungen, den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft mit Hsbc sowie das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial der Kette komme Marks & Spencer auf einen Wert, der deutlich über den 400 Pence je Aktie liege, die Philip Green geboten habe, sagte Vorstandschef Stuart Rose am Montag in London. Der Milliardär hatte erst vor wenigen Tagen ein drittes Angebot für die Einzelhandelskette vorgelegt und bietet nunmehr 9,1 Milliarden Pfund. Der Vorstand hatte die Offerte abgelehnt.

Verkauf DER Banktochter AN Hsbc FÜR 762 MIO Pfund

Die 2,3 Milliarden Pfund, die Marks & Spencer an die Aktionäre zurückführen will, entsprächen rund einem Pfund je Aktie. Die Maßnahme sei für September geplant. Die Spanne werde Ende des Monats festgesetzt. Finanziert werden soll die Transaktion unter anderem durch bestehende und neue Kredite sowie den Erlös aus dem Verkauf der Kreditkartentochter an Hsbc Holdings < Hsba.ISE > < Hbc1.FSE > . Die Großbank will gemäß der Vereinbarung 762 Millionen Pfund (1,14 Mrd Euro) für die Finanztochter Marks and Spencer Retail Financial Services Holdings Ltd zahlen. Das 1985 gegründete Unternehmen hat 2,7 Millionen Kreditkartenkunden und gehört zu den zehn größten Kreditkartengebern Großbritanniens. Hsbc wird den Angaben nach durch den Kauf selbst unter die ersten Drei der britischen Kreditkarteninstitute aufsteigen.

Nick Bubb, Analyst bei Evolution Deeson Gregory, nannte den Vorstoß von Konzernchef Rose "brillant" und geht davon aus, dass Green mit seiner Offerte scheitern wird. Die Experten von Panmure Gordon kamen zu einem gegenteiligen Schluss und erwarten, dass Greens Chancen sogar noch gestiegen sind. Nach Medienberichten sollen sich bereits mehrere Großaktionäre auf die Seite des Milliardärs geschlagen haben. Andere wollen sich innerhalb der kommenden zwei Tage entscheiden, wie es mit Marks & Spencer weitergehen soll. Marks & Spencer-Aktien gehörten am Montag zu den am stärksten gehandelten Werten und gewannen 0,75 Prozent auf 370,75 Pence.

'Fehler IN DER Vergangenheit'

Konzernchef Rose räumte bei der Präsentation der Unternehmensstrategie ein, dass in der Vergangenheit viele strategische Fehler begangen wurden. Die Geschäftsfelder seien zu stark diversifiziert, die Geschäfte zu überhäuft und das Management zu ineffizient gewesen. "Wir haben zugelassen, dass unsere Wettbewerber uns auf unseren Kernmärkten angreifen konnten", sagte Rose. Sein Plan sehe nun vor, die Kosten zu drücken und die Geschäfte auf die Kernkompetenzen Lebensmittel und Kleidung zurückzuführen.

Einige unrentable Häuser sollen dabei geschlossen werden. Im September sei zudem eine Markenkampagne geplant. Das 350 Geschäfte umfassende Immobilien-Portfolio sei mit 3,6 Milliarden Pfund bewertet worden und liege damit 1,4 Milliarden Pfund über dem Buchwert, sagte Rose weiter. Der Konzern kündigte zudem die Übernahme des Modeunternehmens Per Una von Designer George Davies für 125 Millionen Pfund an.

Schwache Umsatzentwicklung IM 1. Quartal

Dennoch musste Marks & Spencer für das erste Geschäftsquartal (zum 10. Juli) einem Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis vermelden. In den ersten drei Monaten sank der flächenbereinigte Umsatz um 2,8 Prozent. Im Lebensmittelbereich gab es einen Rückgang von 1,5 Prozent, im Nicht-Lebensmittelbereich von 3,7 Prozent. Unter dem Strich, ohne Berücksichtigung von Veränderungen bei der Verkaufsfläche, stieg der Umsatz allerdings um 0,7 Prozent. Im Lebensmittelbereich gab es dabei ein Plus von 3,9 Prozent, im Nicht-Lebensmittelbereich einen Rückgang von 1,8 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%