Markt außerhalb der USA ist schwieriger als erwartet
Starbucks-Expansion gerät ins Stocken

In vielen deutschen Städten ist von Starbucks? Problemen bei der Expansion nicht viel zu spüren: Allein in Berlin betreibt die Kaffee-Kette schon acht Läden, in Frankfurt versorgen fünf Cafés die Banker und Shopper und auch in Düsseldorf sollen schon bald insgesamt fünf Läden ihre Türen öffnen. Auch in Aachen, Essen, Köln und Mülheim ist das runde, grünweiße Logo schon zu sehen.

NEW YORK. Dennoch: Die weltweite Expansion gerät ins Stocken. Die mehr als 1 500 Coffee-Shops in 30 Ländern außerhalb der USA machen zwar fast ein Viertel der Läden von Starbucks aus, aber nur 9 % des Umsatzes. Selbst den Japanern, bisher begeisterte Kunden des US-Kaffees, vergeht die Lust am teuren Latte. In Japan - mit 467 Läden der wichtigste Markt für Starbucks außerhalb der USA - machte die Kette im vergangenen Jahr 3,9 Mill. $ Verlust. In Großbritannien verliert das Unternehmen auch nach fünf Jahren noch Geld. Und in der Schweiz und Österreich hat Starbucks bestehende Joint-Ventures beendet, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Am Dienstag Abend trat zudem der Chef fürs internationale Geschäft, Peter Maslen, nach vier Jahren im Amt zurück. Als Grund nannte die Kette die Herzprobleme des Managers. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt der Vorstandsvorsitzende Orin Smith den Job.

"Die Konkurrenz ist härter außerhalb der Vereinigten Staaten", erklärt Mitchell Speiser, Analyst von der Investmentbank Lehman Brothers. In den USA hatte Starbucks kaum mit ernst zu nehmender Konkurrenz zu kämpfen. Gute Kaffee-Läden waren schon immer rar. Zwar hat Starbucks mittlerweile auch in hier Nachahmer auf den Plan gerufen. Aber die Kette gilt noch immer als das Original. Und trotz der Wirtschaftskrise schlürfen die Amerikaner weiter ihren Kult-Kaffee. Ganz anders sieht es im Ausland aus: In vielen Ländern gibt es außer den traditionellen Cafés auch andere Kaffee-Ketten, wie etwa Woyton. Selbst in der Tee-Nation Japan leidet Starbucks unter der Konkurrenz des japanischen Rivalen Doutor Coffee - wo Rauchen erlaubt ist - und Tully?s, dem Konkurrenten aus Seattle. Mark Kalinowski, Restaurant-Analyst bei der Investmentbank Salomon Smith Barney bemerkt, dass beide Ketten in den vergangenen Jahren deutlich aggressiver geworden sind.

"Im Ausland sind die Verbraucher auch empfindlicher, was die Preise angeht", stellt Analyst Speiser fest. Während die New Yorker kein Problem damit haben, mehr als zwei Dollar für einen einfachen, kleinen Kaffee an der Kasse zu zahlen, sind vielen Kunden im Ausland die Preise bei Starbucks zu hoch und sie gehen lieber zur Konkurrenz. Hinzu kommen in Europa die höheren Lohn- und Immobilien-Kosten.

Starbucks zieht bereits Konsequenzen: In Israel hat die Kette fünf unprofitable Läden zugemacht. Und statt 450 will Starbucks in diesem Jahr nur 400 neue Läden außerhalb der USA eröffnen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%