„Markt bereitet sich auf Krieg vor“
Aktienkurse kennen kein Halten mehr

Der drohende Krieg im Irak hat die Aktienkurse am Dienstag weltweit in die Tiefe getrieben. Die wichtigsten Börsenindizes lagen geschlossen - im Minus. Der Dax büßte zeitweise mehr als vier Prozent ein und sank auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren.

HB/dpa NEW YORK/LONDON/FRANKFURT. Positive Nachrichten wie ein überraschend stark angestiegener Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland wurden nach Händlerangaben komplett ignoriert. "Der Markt bereitet sich nun ernstlich auf einen Krieg im Irak vor", sagte ein Aktienhändler in Düsseldorf.

Der Kurs des Euro stieg zeitweise über die Marke von 1,08 Dollar. Die europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0774 (Montag: 1,0721) Dollar fest. Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent stieg auf 33,37 (33,15) Dollar. Zwischenzeitlich mussten sogar knapp 34 Dollar gezahlt werden - der höchste Preis seit mehr als zwei Jahren. Eine Feinunze Gold wurde in London mit 359,10 (356,80) Dollar gehandelt.

Auch die US-Märkte lagen im Minus. Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index sank um 1,7 Prozent auf 7 728 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 1,9 Prozent auf 1 297 Punkte.

Der Dax schloss bei 2 485,5 Punkten und verbuchte damit ein Minus von 3,3 Prozent. An der Spitze der Verlierer lagen Bayer, die zeitweise bis zu 15 Prozent verloren. Die Papiere des Leverkusener Chemie- und Pharma- Unternehmens waren bereits den zweiten Tag in Folge unter erheblichem Druck, da die Anleger inzwischen noch höhere Belastungen aus den Lipobay-Schadenersatzklagen befürchten als bisher, hieß es bei Händlern. Als einziger Wert deutlich im Plus lag die Aktie des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care, nachdem das Unternehmen nach Ansicht von Händlern gute Bilanzzahlen vorgelegt hatte. Die Aktie legte um 6 Prozent auf 41,76 Euro zu.

Der europäische EuroStoxx-50 gab um 3,3 Prozent auf 2 090 Punkte nach. In London verlor der FTSE-100 1,9 Prozent auf 3 633 Punkte. Ein Minus von 2,8 Prozent wies der CAC-40 in Paris auf, er lag bei 2 708 Punkten.

Nordkoreas Test einer Schiffsrakete führte an der Aktienbörse in Tokio zu starken Verlusten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte ab und schloss mit einem Minus von 2,39 Prozent beim Stand von 8 360,49 Zählern. Der breit gefasste Topix gab um 2,36 Prozent nach und schloss bei 819,18 Punkten.

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