"Markt bleibt angespannt"
Wall Street Journal verliert Werbung

Die zweitgrößte US-Zeitung leidet weiter an der Branchenkrise und setzt nun auf eine neue Vermarktung.

pes LONDON. Die zweitgrößte Tageszeitung der USA, das Wall Street Journal, kämpft mit der Werbekrise. "Der Markt für Business- to-Business-Werbung bleibt weiter angespannt", erklärt Karen House, Herausgeberin des Wall Street Journal und Senior Vice President des Verlagskonzerns Dow Jones. International werde zwar schon wieder mehr als in den letzten zwei Jahren für Markenartikel geworben. Doch im Journal mache die Konsumgüter-Werbung nur 25 % der Umsätze aus. Für Werbung zwischen Geschäftspartnern gilt das Journal in den USA als beste Adresse.

Das Blatt, das mit einer Auflage von 1,8 Mill. Exemplaren auf den Marktführer USA Today folgt, hat im vergangenen Jahr wie alle Zeitungen Federn lassen müssen. Laut einer Untersuchung von B2B Online sind die Anzeigen des Wall Street Journal 2002 um 17,6 % gegenüber dem Vorjahr zurück gegangen. Der Umsatz von Dow Jones & Company, die neben dem Journal auch einen Informationsdienst besitzen, lag 2002 bei 1,6 Mrd. $. Ursache waren die gekürzten Werbeausgaben in der Technologie- und Finanzdienstleistungsbranche. "Die Wirtschaft ist immer noch in Wartestellung", erklärt House.

Die Verlegerin setzt deshalb auf eine neue Vermarktungsstrategie. Mit Marketingpaketen, die sowohl Anzeigen in den gedruckten Zeitungsausgaben in Amerika, Europa und Asien, wie auch Fernsehwerbung beim kooperierenden Sender CNBC, Online-, Radio-Werbung und Sponsoring von Fachtagungen umfasst, soll der Werbemotor wieder anspringen. "Wir vermitteln unseren Werbekunden, dass Werbung im Journal hilft, ihre geschäftlichen Probleme zu lösen", sagt House.

Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist von den verhältnismäßig guten Aussichten für Zeitungsverlage in den USA überzeugt. Wirtschaftstitel wie das Wall Street Journal verbessern ihre Auflage jährlich um rund 1 %. Deutsche Tageszeitungen verlieren dagegen Jahr für Jahr an Auflage.

An dem Engagement in Europa will Dow Jones trotz des schlechten Werbeklimas festhalten. "Das Wall Street Journal Europe bleibt sehr wichtig für uns", so House. An der englischsprachigen europäischen Zeitung ist die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ("Handelsblatt", "Die Zeit") mit 10 % beteiligt.

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