Markt ignoriert positive Nachrichten
Dax im Rückwärtsgang - NEMAX im freien Fall

dpa FRANKFURT/MAIN. Nach der Vorlage der jüngsten Arbeitsmarktzahlen für die USA und einer schwachen Wall Street sind die Aktienkurse am Freitag in Frankfurt kräftig gefallen. Der Neue Markt befand sich nach frühen Verlusten an der amerikanischen Computerbörse NASDAQ dagegen im freien Fall.

Der NEMAX 50 (Performance-Index) brach um 5,73 % auf 4 728,67 Punkte ein. Das führende Börsenbarometer Dax schloss mit einem Minus von 1,68 % bei 6 776,39 Punkten. Die 70 mittelgroßen Werte im MDax zeigten sich bei 4 896,43 Punkten um 0,33 % vergleichsweise geringer im Minus.

"Gerade die schwergewichtigen Werte im NEMAX kleben an der Charttechnik. Und die sieht nicht gerade freundlich aus. Außerdem ignoriert der Markt positive Nachrichten derzeit komplett", erklärte Marcus Hoerner von der Wertpapierhandelsbank Lang und Schwarz in Düsseldorf.

Ein Händler von der Dresdner Bank sprach bereits von "Panikverkäufen", besonders bei NEMAX-Titeln wie Intershop, die zuletzt 22,16 % auf 55,49 Euro verloren. T-Online fielen 7,67 % auf 22,50 Euro. Die Initialzündung für den Kurssturz gab nach Händlermeinung die Aktie des französischen Internet-Portals Wanadoo, die in Paris bereits am Morgen einbrach.

Die US-Arbeitsmarktzahlen für September deuteten nach Angaben von Analysten auf ein weiteres Wirtschaftswachstum in den USA hin. Zudem seien die Märkte in Europa weiterhin durch den überraschenden Griff zur Zinsschraube verunsichert. So sanken die im EuroStoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte in Paris insgesamt um 0,78 % auf 4 958,37 Punkte ab. Bis auf London drehten Börsen in Europa nach teils freundlichem Verlauf ins Minus.

Besonders hart traf es in Frankfurt die Technologiewerte. SAP beendeten den Handel mit einem Verlust von 5,58 % bei 243,60 Euro. Infineon Technologies gaben 5,48 % auf 53,33 Euro nach. Konzernmutter Siemens beendete den Handel um vergleichsweise bescheidene 1,29 % schwächer bei 144,90 Euro.

Gegen den Trend fester waren Versorger- und Autoaktien im Dax. Die Aktien der E.ON waren gefragt, nachdem das Unternehmen am Freitag erheblich früher als erwartet ein Aktienrückkaufprogramm gestartet hatte. "Die Marktteilnehmer haben zwar damit gerechnet, dass E.ON im Herbst den Rückkauf durchführen werde", sagte ein Händler. Trotzdem reagiere der Markt überrascht. Der Wert legte m 1,74 % auf 60,33 Euro zu.

DaimlerChrysler stiegen um 1,18 % und RWE waren mit einem Plus von 2,23 % führende Aktie im Dax. BMW-Aktien konnten ihre in dieser Woche erreichten Rekordstände über 40 Euro nicht halten und litten unter Gewinnmitnahmen. Der Titel markierte mit einem Verlust von 5,27 % bei 39,40 Euro den Boden im Dax.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro auf 0,8703 (Donnerstag: 0,8786) $ fest. Der $ kostete damit 2,2473 (2,2261) DM. Die Europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt niedriger bei 0,8681 $ gehandelt. Der $ kostete im Devisenhandel 2,2527 DM.

Der Rentenmarkt zog indes an. Der Bund-Future stieg um 0,1 % auf 105,17 Punkte. Auch der Rentenmarktindex REX kletterte um 0,1 % auf 110,03 Punkte. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Freitag mit 5,28 (Donnerstag: 5,30) Prozent fest. dpa mr yymm uw

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