Markt ist ermüdet
Schwache Einzelhandelsdaten belasten Wall Street

Die US-Aktienbörsen haben am Donnerstag am zweiten Tag in Folge angesichts schwacher Einzelhandelsdaten und wegen Sorgen über die Konjunktur an Boden verloren.

Reuters NEW YORK. Händler sprachen von einer Konsolidierung nach den kräftigen Kursgewinnen seit Mitte März, die den breit gefassten Standard & Poor's-Index um 16 Prozent in die Höhe getrieben hatten.
Der Standardwerteindex Dow Jones ging mit rund 8491 Punkten um 0,81 Prozent niedriger aus dem Markt. Die technologielastige Nasdaq büßte 1,13 Prozent auf etwa 1489 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P-Index gab 1,01 Prozent auf 920 Zähler ab.

"Der Markt ist allgemein etwas ermüdet nach der Nachkriegsrally", sagte Harry Michas von manmarketmonitor.com. Anderen Händlern zufolge fürchten einige Investoren zudem, dass der Kursaufschwung seit dem Ende des Irak-Krieges etwas überzogen gewesen sein könnte. Darauf deuteten auch die am Donnerstag vorgelegten Umsatzzahlen führender US-Einzelhandelskonzerne und die jüngsten Arbeitsmarktdaten hin. Große US-Einzelhändler waren mit ihren Absatzstatistiken für April hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Da die US-Konsumenten derzeit eine der wichtigsten Stützen der US-Konjunktur sind, kann dies als schlechtes Zeichen für die Wirtschaftsentwicklung interpretiert werden.

"Die Umsatzberichte der Einzelhändler waren schwach. Man muss sich sorgen, ob der Verbraucher, der bisher Stützpfeiler der Wirtschaft war, sich möglicherweise zurückhält", sagte Peter Dunay, Stratege bei Wall Street Access. "Sie halten sich zurück, weil sie wegen der Arbeitslosigkeit besorgt sind, deshalb beginnen sie ihre Ausgaben einzuschränken", fügte er hinzu. Das US-Arbeitsministerium hatte mitgeteilt, in der Woche zum 3. Mai sei die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zwar gesunken, doch sei der aussagefähigere gleitende Vierwochendurchschnitt auf das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr gestiegen.

"Wir haben einen schönen Aufschwung erlebt, aber die wirkliche Frage ist die, was wird als nächstes zu neuen Käufen anregen", sagte Paul Cherney, Analyst bei S&P Marketscope. Dämpfend auf die Stimmung der Anleger wirkten sich Händlern zufolge zudem die Zahlen der Einzelhändler aus, die im April überwiegend weniger umgesetzt haben, als vor einem Jahr. Die Aktien der Branche präsentierten sich in der Folge überwiegend schwächer. So gaben die Titel des weltgrößten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart Stores, der im April sein Umsatzziel verfehlt hatte, um 0,13 Prozent auf 55,01 Dollar nach. Deutlicher verloren die Papiere von Kohl's Corp, die um 5,75 Prozent auf 53,25 Dollar fielen. Auch Whole Foods Market gaben um zwölf Prozent auf 53,33 Dollar nach. Dagegen legten die Aktien des Bekleidungshändlers Gap Inc 4,1 Prozent auf 17,28 Dollar zu.

Eine Abstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs bescherte zudem dem Mobilfunkanbieter Nextel Communications erneute Kursverluste. Nachdem die Aktien bereits am Vortag zurückgefallen waren, büßten sie weitere fast vier Prozent auf 13,28 Dollar ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,34 Milliarden Aktien den Besitzer. 1458 Werte legten zu, 1802 gaben nach und 178 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,59 Milliarden Aktien 1213 im Plus, 1894 im Minus und 22 unverändert. An den US-Kreditmärkten lagen die zehnjährigen Staatsanleihen 101-18/32 Punkten unverändert. Sie rentierten mit 3,679 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verharrten ebenfalls auf dem Schlussniveau des Vortages mit 110-18/32 Zählern und einer Rendite von 4,690 Prozent.

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