Markt-Monitor
Der russische Bär

Kein anderer, großer europäischer Aktienmarkt hat in den vergangenen zwölf Monaten so viel verloren wie der russische. Ein Zeichen, dass das Wohl und Wehe des Marktes ausschließlich vom Öl abhängt. Ein interessanter Aspekt für Anleger.
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Viele Börsianer bemängeln beim Dax das "fehlende Eigenleben" und kritisieren, dass der deutsche Leitindex stets von der Entwicklung der amerikanischen Börse abhängt. Die Kritiker sollten mal einen Blick in Richtung Osten werfen. Der russische Aktienmarkt hat noch weniger Eigenleben, sondern hängt fast ausschließlich vom Ölpreis ab. Man muss nur die Charts des Russian Traded Index (RTX), der die Wertentwicklung von elf großen russischen Aktien in US-Dollar zusammenfasst, und des Brent Crude Oil übereinanderlegen. Die Entwicklung verläuft im Jahresvergleich sehr ähnlich. Sowohl Ölpreis wie auch Aktienindex haben in den vergangenen Monaten mehr als 50 Prozent verloren.

Negativ für Russland: Der russischen Wirtschaft gelingt es offenbar nicht, abseits von den Rohstoffen einen nennenswerten Wirtschaftszweig auf die Beine zu stellen. Anleger können dieser Entwicklung aber einen positiven Aspekt abgewinnen. Wer auf fallende oder steigende Ölpreise setzen will, muss das nicht unbedingt über komplizierte Investitionen in Öl-Terminkontrakte tun, mit denen es Anlegern selten gelingt, eine ansprechende Rendite zu erzielen. Denn die Markterwartungen sind oft eingepreist, die entsprechend langlaufenden Terminkontrakte aktuell deutlich teurer als der derzeitige Ölpreis.

Da sind Indexprodukte, ETFs oder Fonds auf russische Aktien der einfachere Weg.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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