Markt-Monitor
Einfache Regel

Läutet das US-Rettungspaket in Höhe von 700 Milliarden Dollar nun das Ende der Baisse oder sogar den Start einer Jahresendrally ein? Oder geht die Talfahrt weiter? Konservative Anleger sollten vor einem möglichen Einstieg eine einfache Regel nicht außer Acht lassen.
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Als es im Börsensaal noch kein Internet und keine PCs gab, hatte die sogenannte 200-Tage Durchschnittslinie (alle Kurse der 200 Handelstage addiert und durch 200 Tage geteilt) erheblichen Wert. Der Durchschnittskurs quasi eines Handelsjahres konnte von den Händlern selbst einfach ermittelt werden - im Gegensatz zu vielen anderen, komplizierten technischen Indikatoren.

Die Durchschnittslinie hat oftmals eine weitere Aussagekraft. Lag der aktuelle Kurs deutlich unter oder über dieser Linie, erfolgte in vielen eine Gegenbewegung. Und eine fallende oder steigende 200-Tagelinie ist ein guter Indikator für langfristige Trends. Beispielsweise stieg die Linie von Mitte 1995 bis Ende 1998, fiel in der Baisse von 2000 bis 2003 ohne Unterbrechung. Und auch die mehr als vierjährige Hausse von 2003 bis Ende 2007 war von einer ständig steigenden Linie begleitet. Zwar gab es zwischenzeitliche Phasen, in der der Dax unter die Line fiel, die Kurve selbst fiel aber nicht.

Was heißt das für die heutige Börsensituation? Derzeit notiert die 200-Tagelinie bei 6 750 Punkte, Tendenz stark fallend. Der Dax notiert bei rund 6 080 Zählern.

Bevor der deutsche Leitindex nicht die Linie überschreitet, sollten konservative Investoren auf einen Einstieg verzichten. Besser noch wäre es, wenn die Linie nach oben dreht. Das war in der Vergangenheit oft ein Signal für längerfristig steigende Kurse. Bis dahin gilt es, abzuwarten.

Spekulativere Anleger nutzen die Linie oftmals anders. Falls der Dax einer fallenden 200-Tagelinie nahe kommt, steigen Sie und setzen auf wieder fallende Kurse und umgekehrt. Aber das ist nur etwas für kurzfristige Trader.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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