Markt-Monitor
Es könnte noch schlimmer kommen

Die Stimmung an den Börsen will einfach nicht besser werden. Die Investoren halten sich zurück. Viele spekulieren auf weiter fallende Kurse. Deshalb könnte es so kommen wie 2001.
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FRANKFURT. Die Kapitalmärkte haben sich zuletzt etwas gefangen. Die Kursausschläge nach unten sind nicht mehr ganz so gewaltig wie noch Anfang Oktober. Und dennoch: Eine positive Stimmung, dass es schon bald wieder deutlich aufwärts geht mit Dax, Dow und Nikkei, will partout nicht aufkommen.

Dabei hatte der US-Notenbankchef Ben Bernanke gestern Abend Gutes zu berichten. Die Lage am Kreditmarkt entspanne sich, sagte der oberste Währungshüter Amerikas. Das ist sehr beruhigend. Nichts fürchten Anleger derzeit mehr als das die Unternehmen nicht ausreichend von den Banken mit Krediten versorgt werden. Eine Vielzahl von kleinen und auch großen Unternehmen stünde in diesem Falle vor der Pleite. Für die Börse und die jeweiligen Volkswirtschaften wäre das ein Desaster.

Der Dow legte nach Bernankes Worten einen kurzen aber kräftigen Schlussspurt hin und schloss komfortabel im Plus. Ein wenig Hoffnung an tristen Börsenherbsttagen. Vielmehr aber nicht. Von seinem Jahrestief bei 7882 Punkten hat sich der altehrwürdige Index in den vergangenen Tagen nicht allzu weit entfernen können. In Tokio gaben die Anleger übrigens kaum etwas auf Bernankes Worte. Der Nikkei schaffte es nicht ins Plus, sondern verlor weitere 0,66 Prozent an Wert. Auch in Frankfurt kam der Dax zum Handelsauftakt kaum vom Fleck und fiel wenige Minuten nach Handelsbeginn ins Minus.

Die Stimmung ist weltweit immer noch miserabel. Die Anleger halten sich zurück. Das zeigen die Handelsumsätze in New York, Tokio oder Frankfurt. Viele spekulieren darauf, dass die Kurse noch weiter rutschen. So wie zur Jahrtausendwende, als die Dotcom-Blase platzte, sich die Börsen zwar wieder etwas erholten, dann aber über Monate hinweg immer und immer weiter verloren. Ganz langsam, aber sicher. So könnte es auch diesmal kommen. Darauf spekulieren im Moment viele. Auch deshalb ist derzeit keine Wende in Sicht – Rezessionsängste hin oder her.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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