Markt-Monitor
Nervosität statt „Dauerparty“

Seit Jahresbeginn hat der Dax mehr als 20 Prozent gewinnen. Doch nach dem gestrigen Handelstag mit zwischenzeitlichen Verlusten von mehr als zwei Prozent ist Zurückhaltung eingekehrt. Das ist auch gut so. Viele Anleger agieren nervös, wie der Ifo-Index heute gezeigt hat. Der Markt-Monitor - zweimal täglich eine Meinung zu den Börsen.

Der heutige Tag hat bisher gezeigt: Viele Marktteilnehmer sind nervös, was sich an den Reaktionen auf Konjunkturdaten ablesen lässt. Denn kaum fiel der Ifo-Index etwas stärker als erwartet (von 108,6 auf 107 Punkte), schon nahmen Anleger Gewinne mit, und der Dax fiel um 50 Punkte. Ahnliches passierte vor wenigen Tagen, als die Finanzprofis ihre Erwartungen herunterschraubten und dementsprechend der ZEW-Index fiel.

Vor wenigen Monaten war das noch anders: Da konnte der "Ifo" steigen und der "ZEW" volatil sein, auf den Aktienmarkt hatten die Indikatoren nur einen geringen Einfluss. Doch offensichtlich ist bei einem Dax-Stand von um die 8 000 Punkte die "Luft dünner".

Eine interessante Prognose hat übrigens das Finanzmarktanalyse-Unternehmen Cognitrend am vergangenen Mittwoch gewagt: Nach deren Umfrage ist der Optimismus am deutschen Aktienmarkt deutlich gestiegen - was nicht verwundert. Auch dass nun die Gefahr eines Rückschlages deutlich höher ist, ist eine simple Erkenntnis, weil es durch den höheren Optimismus weniger neue Käufer gibt. Doch die Rückschläge soll es laut Cognitrend erst ab Anfang Juli geben, weil aktuell Investoren wie z. B. Fondsmanager kaufen, um zum Halbjahresstichtag gute Werte in ihren Depots zu halten (so genanntes Window-Dressing). Falls es so kommen sollte, würden Profis Anfang Juli schnell verkaufen, während viele Privatanleger dann erst recht nervös werden.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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