Markt-Monitor
Nüchternheit tut gut

Die Korrektur an den Börsen hat die breite Medienlandschaft erreicht - und wird dort direkt zur Talfahrt. Prompt startet der Dax gut erholt in die Woche.

Die Krise an den Finanzmärkten hat die deutsche Öffentlichkeit erreicht. Durch die Bank hoben die Zeitungen die Talfahrt an den Börsen auf die Titelseite. Dabei verschwiegen sie der breiten Allgemeinheit allerdings gleich mehrere Aspekte: Erstens gehen die Kurse nicht erst seit Freitag, sondern schon seit Mitte Juli gen Süden. Zweitens ist ein Minus von knapp zehn Prozent nach einem Anstieg von gut 2000 auf mehr als 8000 Punkte in vier Jahren nicht nur vollkommen üblich, sondern auch gesund. Und drittens hat die Wall Street am Freitag einen Großteil ihrer Verluste wieder aufgeholt, unter dem Strich beendeten Dow Jones und Co. die Handelswoche sogar mit einem Plus.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Anleger sorgenfrei in die neue Handelswoche starten sollten. Die Nachrichtenlage im Finanzsektor ist nach wie vor diffus. Welche Wellen die einstige Krise im US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (Subprime) noch schlagen wird, ist nicht abzusehen. Ob man der Empfehlung der Investmentbank Morgan Stanley folgen sollte, die bereits wieder zum Einstieg in Finanzaktien trommelt, scheint vor diesem Hintergrund fraglich. Panikmache ist jedoch ebenso fehl am Platze. Und zum Glück zeigen sich die Anleger zum Wochenauftakt auch ungerührt vom öffentlichen Aufschrei. Der Dax startet jedenfalls - angeführt von den größten Verlierern der vergangenen Tage - mit einem soliden Plus von mehr als einem Prozent.

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Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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