Markt-Monitor
Rätseln nach dem Ausverkauf

777 Punkte abwärts und sofort wieder 485 Punkte aufwärts. Der altehrwürdige Dow Jones mutiert zu einem Zocker-Index. Erleben wir jetzt nach der Panik an der Wall Street die lang erhoffte Erholung?
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Lange haben wir gemutmaßt, dass für ein Ende der Baisse ein klassischer Ausverkauf, die Panik an den Märkten noch fehlt. Montag passte endlich alles zusammen: Neue Bankenpleiten in Europa garniert mit dem überraschend gescheiterten Rettungspaket in den USA ließ Europas Börsen und anschließend noch viel schlimmmer die Wall Street abstürzen. Tags darauf dann die fulminante Wiederauferstehung: Weil irgendwie doch noch jeder an ein Zustandekommen des Rettungspakets glaubt, schießen die Kurse plötzlich durch die Decke.

Was wir erleben sind zweifellos typische Anzeichen von Verzweiflung, ja Panik: Einen Tag sehen Anleger nur die Ausweglosigkeit und werfen Aktien auf den Markt. Doch schon den darauf folgenden Tag rennen sie den Kursen hinterher, weil es Aktien vielleicht so günstig nie wieder geben könnte.

Ausverkauf ja, Panik ja. Doch wer daraus schließt, dass die Baisse beendet ist, macht es sich zu leicht. Einem Absturz muss keineswegs die Geburt einer neuen Hausse folgen. Vielmehr sind auch quälende Monate des schleichenden Niedergangs oder der richtungslosen Seitwärtsbewegung möglich. Solange niemand das Ausmaß der Bankenkrise und vor allem der drohenden Rezession in Europa und den USA kennt, werden Investoren nicht deshalb Aktien kaufen, weil sie an eine neue Hausse glauben. Allenfalls weil sie auf eine kurze Zwischenerholung setzen.

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