Markt-Monitor
VW: Wo der Vorzug ein Nachteil ist

Die an Spannung und Wendungen wahrlich nicht arme Geschichte von Volkswagen und die Übernahmebemühungen von Porsche sind um ein weiteres Kapitel reicher. Bewahrheiten sich die Meldungen von heute morgen, dann will die EU-Kommission in Brüssel nun doch nicht gegen das VW-Gesetz klagen, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität von 20 Prozent gewährt.
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FRANKFURT. Die Konsequenz daraus ist weit reichend: Porsche bräuchte für den angestrebten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag nun nicht mehr die bisher stets genannten 75 Prozent der Stammaktien, sondern über 80 Prozent. Weil Niedersachsen sich wohl aber nicht von Anteilen an VW trennen wird, könnten Porsches Übernahmebestrebungen bald erlahmen oder zumindest vorerst auf Eis gelegt werden. Zumindest solange, bis der Fall wieder einmal eine neue Wende bekäme.

Besonders betroffen sind heute davon die VW-Vorzüge. Sie hatten im vergangenen Monat weit über 50 Prozent an Wert gewonnen, die VW-Stämme dagegen nicht einmal 20 Prozent. Hintergrund ist, dass die Vorzüge, wäre alles glatt gegangen, schon bald für die Stämme in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgestiegen wären. Die Deutsche Börse hat in der vergangenen Woche extra dafür die Regeln geändert und so quasi den Boden bereitet. Jetzt ist alles fraglicher denn je und aus den Vorzügen ist erstmal die Luft raus. Erste Analysten haben heute Morgen bereits ihre Kaufempfehlungen für die Vorzüge, die es in den vergangenen Wochen zuhauf gab, zurück genommen.

Sollte diese Geschichte in den kommenden Tagen und Wochen nicht mal wieder eine weitere unerwartete Wende bekommen, dann sind weitere Verluste für die VW-Vorzüge vorprogrammiert. Nichts spricht im aktuellen Umfeld dafür, dass deren baldige Dax-Aufnahme folgen könnte. Die Stämme könnten hingegen weitgehend unbeeindruckt davon zur Seite laufen. Allzu viele davon sind ohnehin nicht mehr im freien Handel, haben doch Porsche nach aktuellem Stand über 50 Prozent und Niedersachsen 20 Prozent, dazu ist ein relativ hoher Anteil über Termingeschäfte geblockt.

Bestenfalls einen Vorzug behalten die Vorzüge: Sie bringen in diesem Jahr wohl 1,99 Euro Dividende, bei den Stämmen sind es nur 1,93 Euro. Macht bei den Vorzügen immerhin eine attraktive Dividendenrendite von 3,7 Prozent, während es die Stämme nicht mal auf ein Prozent bringen.

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