Markt-Monitor
Wiederholt sich die Geschichte?

Nach dem vergangenen "Schwarzen Freitag" erholen sich die Börsen nun auf breiter Front. Ist die Talfahrt nun zu Ende? Ein Blick auf vergleichbare Abstürze in den Jahren 1987 und 2001 lässt das nicht erwarten.
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Nach dem dramatischen Ausverkauf am vergangenen Freitag erholen sich die Börsen wieder. Die Rally vom gestrigen Montag wird heute fortgesetzt. Doch war bei rund 4300 Punkte der Tiefstand für längere Zeit? Oder wird der Dax in den nächsten Monaten neue Tiefs markieren?

Vergleichbar mit den Ereignissen der vergangenen Tage sind eigentlich nur die Abstürze Oktober 1987 und September/Oktober 2001.

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 war an der Wall Street der Dow-Jones-Index allein an diesem Tag um 22,6 Prozent abgestürzt. Nach Berechnungen von Stefan Mayriedl in dem Newsletter der Bank Citi (Ex- Citibank) verlor der Dax zwischen dem 5. und dem 29. Oktober 1987 etwa 28 Prozent, erholte sich anschließend um sieben Prozent an einem Tag, um bis zum 10. November das vorherige Tief um noch einmal 14 Prozent zu unterbieten. "Die eigentliche Wende kam dann erst Ende Januar nach Abschlägen von insgesamt 40 Prozent seit dem Beginn der Verkaufswelle und erst im September 1988 war wenigstens wieder die Hälfte der Verluste aufgeholt", schreibt er.

Ähnlich die Situation im September 2001: Die Terroranschläge am 11. September lösten an den Finanzmärkten eine Panik aus. Während die in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers liegende Wall Street geschlossen bleibt, fällt der Dax um 8,5 Prozent, am folgenden Montag (17. September) weitere sechs Prozent. Der Dax fiel von 5 500 Punkte auf knapp über 3 500 Zähler, ehe der deutsche Leitindex einige Monate später wieder in den Bereich von 5 500 zurückkehrte. Der Rest ist bekannt: Erst anderthalb Jahre später, im März 2003, beendete der Dax mit 2200 Punkten die jahrelange Baisse.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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