"Markt schwer kaputt zu kriegen"
Nemax-Indizes erholen sich vom Tagestief

Nach den kräftigen Kursanstiegen seit Wochenbeginn hat der Neue Markt am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Die deutlich schwächer in den Handel gestarteten deutschen Wachstumswerte haben bis zum Mittag ihre Verluste teilweise wieder wett gemacht und tendierten noch rund 1,5 % im Minus.

Reuters FRANKFURT. Der Auswahlindex Nemax50 war wie am Vortag zeitweise wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten gesprungen und hielt sich stetig über dem Stand des Alle-Werte-umfassenden All-Share-Index.



"Der Markt ist derzeit sehr schwer kaputt zu kriegen", sagte ein Händler. "Es sieht sehr gut aus am Markt, zumal der Nasdaq-Future im Plus liegt", fügte er hinzu. Die starken Auftaktverluste führten Händler auf die schwache Entwicklung der US-Technologiebörse Nasdaq im späten Geschäft zurück.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Mittag 1,54 % auf 971 Punkte nach, die im Nemax50 zusammengefassten Blue Chips verloren 1,37 % auf 991 Zähler. Am Vortag hatten beide Indizes erstmals seit Anfang September wieder über der Marke von 1000 Punkten notiert, wobei der Nemax50 bei 1005 Zählern geschlossen hatte. Die Nasdaq hatte am Mittwoch mit rund vier Prozent im Minus bei einem Indexstand von 1646 Zählern den Handel verlassen.

Die Performance nicht verpassen

"Der Aufwärtstrend ist intakt", sagte ein Händler. "Allerdings geht das Geld offensichtlich eher in die großen Werte wie Aixtron oder Singulus", fügte er mit Blick auf den Nemax50 hinzu, der es auch am Donnerstag wieder auf mehr Indexpunkte brachte als der All-Share-Index. "Selbst wenn Investoren ein paar Gewinne mitnehmen, nachdem wir ja gestern stark gestiegen waren, ist das für andere wieder ein Kaufzeitpunkt, um die Performance nicht zu verpassen", sagte er weiter. Sollte sich die politische Situation wieder entspannen, könne der Markt auch wieder höhere Niveaus sehen.

Am schlechtesten präsentierten sich am Vormittag die im Branchenindex Internet Services des Neuen Marktes zusammengefassten Titel. Angeführt von den Verlusten der SAP SAP-Tochter Systems Integration tendierte der Index mit mehr als fünf Prozent weit stärker als der Gesamtmarkt im Minus. Die SAP SI-Titel waren bereits kurz nach Handelsbeginn stark unter Druck geraten, nachdem der Mutterkonzern SAP am Morgen für das dritte Quartal schlechter als erwartete Geschäftszahlen vorgelegt hatte und seine Prognosen für das Gesamtjahr 2001 gesenkt hatte. Die Titel der Nemax50-Gesellschaft SAP SI fielen zeitweise mehr als 13 % auf 15,80 Euro.

Bei den Blue Chips drängten die Titel des Anbieters miniaturisierter Computer, Kontron Embedded Computer, zeitweise an die Spitze der Nemax50-Gewinner. Die Gesellschaft hatte am Morgen mitgeteilt, durch die Übernahme der amerikanischen Industrial Computer Source (ICS) zum Weltmarktführer für integrierte Computersysteme aufzusteigen. Die Kontron-Aktien notierten zeitweise mehr als sechs Prozent im Plus bei 13,68 Euro.

Am breiten Markt verloren die Titel der Beteiligungsgsellschaft Augusta Technologie bei eher schwachen Umsätzen zeitweise mehr als 16 % auf 5,81 Euro, nachdem die Gesellschaft aufgrund der konjunkturellen Abschwächung bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Prognosen für 2001 senkte.

Auch die Papiere der Camelot tele.communication.online AG gaben in der Spitze mehr als 25 % ab auf 0,62 Euro. Der Call-Center-Dienstleister hatte am Vortag nach der Überprüfung der vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2001 nach unten korrigiert.

Kursfeuerwerk bei Popnet

Die zu den so genannten Penny-Stocks zählenden Aktien der PopNet Internet AG preschten in der Spitze um über 200 % nach oben und notierten damit wieder deutlich über einen Euro bei 1,32 Euro. Am Morgen hatte der angeschlagene IT-Dienstleister mitgeteilt, im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens erste erfolgreiche Übernahmegespräche geführt zu haben. Die Hamburger Next Evolution übernimmt den Angaben nach zum 1. Dezember den Hauptgeschäftsbereich der hundertprozentigen Popnet DD Synergy AG. -Tochter Händler hofften auf eine Rettung des Unternehmens.

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