Markt sehr zurückhaltend
Dax vor US-Präsidentschaftswahl behauptet

Obwohl der deutsche Aktienindex am Nachmittag bei 7148 Punkten notierte, beschrieben die Händler die Stimmung an der Börse als lustlos.

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Aktienindex (Dax) hat einen Tag vor der Präsidentenwahl in den USA bei sehr ruhigem Handel behauptet tendiert. Am Montagnachmittag notierte der Dax mit plus 0,2 Prozent bei 7148 Punkten. Von Anlegern gesucht waren Technologiewerte, während sich die Finanztitel zu Wochenbeginn schwächer zeigten. Von den US-Börsen kamen positive Vorgaben. Der Dow Jones-Index 30 führender Unternehmen stieg in der ersten Handelsstunde um 0,6 Prozent auf 10.893 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index legte um 0,4 Prozent auf 3467 Zähler zu.

"Es ist gar nichts los, jeder wartet die Wahl in den USA ab", sagte ein Händler. Erst am Mittwoch, dem Tag nach der US-Präsidentenwahl, sei wieder mit einem lebhafteren Handel zu rechnen. Zudem lägen am Montag auch keine kursbewegenden Unternehmensmeldungen vor. Eine erneute Intervention der Europäischen Zentralbank am Devisenmarkt zu Gunsten des Euro am Morgen habe die deutschen Aktien kaum beinflusst, hieß es im Markt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 0,8655/58 Dollar, nachdem sie am Morgen kurz nach der Intervention auf über 0,87 Dollar geklettert war.

Händler sagten, bis Klarheit herrsche, wer als nächster Präsident der USA ins Weiße Haus einziehe, bleibe der Markt zurückhaltend. "Wenn Gore gewinnt, ist mit einer Fortführung der bisherigen Politik zu rechnen", sagte ein Börsianer. Bei einem Wahlsieg von George W. Bush sei dagegen weniger klar, wohin die Reise gehe. Nach Einschätzung eines weiteren Händlers könnte ein Wahlsieg des Republikaners Bush den Rüstungs-, Tabak- oder Öltitel Auftrieb geben. Dagegen könnten die Pläne von Bushs Gegner Al Gore zur Gesundheitsreform in den USA bei einem erfolgreichen Abschneiden des Vizepräsidenten die Pharmatitel beflügeln.

Nach den jüngsten Umfragen unter Wählern in den USA zeigte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten. Bush führte einer Umfrage von Reuters/MSNBC vom Sonntag zufolge mit 47 zu 46 Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt setzten die Technologietitel ihren in der Vorwoche begonnenen Aufwärtstrend fort. Während ein Händler die Kursgewinne mit dem Nachholbedarf der Aktien begründete, warnte ein anderer Börsianer vor erneuten Rückschlägen der Technologiewerte. "In einigen Titeln ist man wieder überkauft", sagte er. Deutlich zulegen konnten die Aktien von Epcos mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 99,99 Euro. Infineon kletterten um 3,1 Prozent auf 54,66 Euro und SAP um 2,6 Prozent auf 245,15 Euro.

Schwächer zeigten sich die Titel der Hypovereinsbank. Nach Ansicht von Händlern wurden die Aktien durch eine Herabstufung der Deutsche Bank belastet. Die Deutsche Bank hatte die Aktie am Montag auf "underperform" von "market perform" zurück gestuft. Die HypoVereinsbank habe die niedrigste Wachstumsrate unter den großen deutschen Banken, teilte die Deutsche Bank zur Begründung mit. Die Aktie gab um ein Prozent auf 64,18 Euro nach. Die Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank büßten jeweils 0,5 Prozent nach.

Die Werte im MDax stiegen bis zum Nachmittag durchschnittlich um 0,6 Prozent.

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