Markt wertet O'Neill-Rückzug positiv
Rücktritt von O'Neill beflügelt US-Börsen

Die Rücktritte von US-Finanzminister Paul O'Neill und des Wirtschaftsberaters im US-Präsidialamt, Lawrence Lindsey, haben den US-Börsen am Freitag ein leichtes Kursplus beschert. Der Markt erhoffe sich jetzt neue Ideen zur Belebung der Konjunktur, sagten Händler. Schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten hätten jedoch die Gewinne begrenzt.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones notierte zum Handelsschluss 0,3 % im Plus auf rund 8 646 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,8 % auf rund 1 422 Zähler zulegte. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg 0,6 % auf rund 912 Punkte. "Ich denke, die Rücktritte sind gut für die Wirtschaft", sagte Bill Strazzullo, Marktstratege bei State Street Global Markets. "Ich denke, der Markt hat O'Neill nicht viel zugetraut, weil er seine Strategie für den Dollar nicht deutlich machen konnte und wegen seiner generellen Unfähigkeit."

Analysten: Erwarten Stimulation für die Kojunktur

In Regierungskreisen hieß es, O'Neill ziehe sich auf Bitte von US-Präsident George W. Bush zurück, der eine größere Umbesetzung seines Wirtschaftsteams erwäge. Auch Lindsey habe seinen Rücktritt eingereicht. "Die Anleger hatten nicht sehr viel Vertrauen in O'Neill. Sie waren nicht überzeugt davon, dass das Finanzministerium wusste, wo es langgeht", sagte Sean Kelly, Aktienhändler bei Merrill Lynch.

Die Titel des US-Mobilfunkausrüsters Qualcomm legten um rund 5 % auf 41,48 $ zu. Das Unternehmen hatte seine Absatzprognose für Handy-Chips für seine ersten beiden Geschäftsquartale angehoben. Die Titel von Rational Software kletterten nach einem Übernahmeangebot des Computerkonzerns IBM um rund 26 % auf 10,29 $ und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. IBM-Aktien gaben dagegen um rund 0,9 % auf 82,32 $ nach. Die Investmentbank Salomon Smith Barney hatte die Bewertung für IBM-Titel zuvor auf "in-line" von "outperform" herabgesetzt, die Gewinnprognosen jedoch unverändert gelassen.

Die Titel der Chicago Mercantile Exchange Holdings (CME) zogen bei ihrem Börsendebut kräftig um 22,6 % auf 42,90 $ an. Beim ersten "Going Public" einer größeren Börse in den USA war die Nachfrage nach Händlerangaben hoch. Die Investoren erwarteten ein hohes Handelsvolumen an der CME, da sich immer mehr Marktteilnehmer durch Kauf und Verkauf von Derivaten gegen die Volatilität am Markt absichern wollten. Intel-Papiere schlossen 1,3 % niedriger bei 18,71 $. Das Unternehmen hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss die Prognose für den Umsatz im vierten Quartal angehoben. Dieses Quartal sei jedoch traditionell stark wegen des Weihnachtsgeschäfts, sagten Analysten. Außerdem sorgten sich die Investoren über die Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr nach dem bereits zwei Jahre anhaltenden Abschwung.

Händlern zufolge hatten die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten die Kurse im frühen Geschäft belastet. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums stieg die Arbeitslosenquote im November auf 6,0 (Oktober 5,7) %. Volkswirte hatten lediglich mit einem leichten Anstieg auf 5,8 % gerechnet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ging im vergangenen Monat um 40 000 zurück. Volkswirte hatten dagegen einen Zuwachs um 38 000 Beschäftigte prognostiziert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,23 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 966 Werte legten zu, 1266 gaben nach und 189 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,5 Milliarden Aktien 1 769 im Plus, 1525 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 99-06/32. Sie rentierten mit 4,1 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 3/32 auf 105-28/32 und hatten eine Rendite von 4,98 %.

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