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Marktanteil des europäischen Films verdoppeln

Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) strebt eine Verdoppelung des Marktanteils des deutschen und europäischen Films in den heimischen Kinos an. In den vergangenen beiden Jahren erreichten deutsche Filme einen Marktanteil von 12,5 bzw. 18,4 %.

dpa BERLIN. "Bei einer Verdoppelung hätten wir zwar immer noch eine Dominanz des amerikanischen Films in unseren Kinos, aber die europäische und deutsche Stimme wäre doch vernehmbarer als jetzt", sagte Nida-Rümelin in einem dpa-Gespräch einen Tag vor der Nominierungsgala zum Deutschen Filmpreis in Berlin.

"Kreativität kann niemand verordnen, aber wir können die Rahmenbedingungen für die Filmemacher und-produzenten verbessern." Dazu gehöre auch eine Reform der Filmförderung, eine stärkere Drehbuchförderung und eine Unterstützung vor allem unabhängiger Produzenten. Deutsche Filmproduktionen seien im internationalen Vergleich unterfinanziert. Ihre Budgets müssten erhöht werden. Dazu sollten auch die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender mehr als bisher ihren Beitrag leisten.

"Wir produzieren relativ viele Filme mit kleinen Budgets, von denen manche nicht einmal den Weg in die Kinos finden." Die gesamte Praxis der deutschen Filmförderung stehe auf dem Prüfstand, meinte Nida-Rümelin. Er hatte bereits ein filmpolitisches Konzept vorgelegt und darüber bereits zahlreiche Gespräche in der Filmbranche geführt. "So viel Zeit habe ich noch nicht einmal für die Bundeskulturstiftung aufgewendet. Aber es geht ein Ruck durch die deutsche Filmlandschaft."

Nida-Rümelin spricht von einem guten Filmjahrgang, der jetzt zur Auszeichnung mit dem Deutschen Filmpreis ansteht. Erkennbar sei vor allem bei den jungen Filmemachern der Trend zu "kleinen Geschichten abseits der großen Mythen des amerikanischen Mainstreams". Sie bevorzugten "vielleicht auch aus Protest gegen den gigantomanischen Anspruch mancher Kinofilme" Arbeiten, die poetisch, milieugenau und sorgfältig seien. Vielleicht gebe es sogar so etwas wie eine Renaissance des Autorenfilms. Auffällig sei auch, dass sich eine neue Generation von Filmemachern wieder mit der Geschichte ihrer Eltern auseinander setze. Die Verleihung des Deutschen Filmpreises ist für den 14. Juni vorgesehen.

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