Marktanteil von 30 % in Deutschland
Experten: Enron-Pleite hätte im Inland keinen großen Effekt

Ein möglicher Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron hätte nach Einschätzung von Experten nur geringen Einfluss auf die deutschen Strommärkte. "Vor einem Jahr hätte es größere Probleme geben können, wegen der damals niedrigen Liquidität", sagte Markus Suessmann, Chef der EnBW Energy Trading, am Donnerstag.

Reuters ESSEN. Aber da Enron in Deutschland keine eigene Stromerzeugung habe, hätten sie bisher den gesamten verkauften Strom für den hiesigen Markt auch vorher einkaufen müssen. Der Strom werde andere Wege zu den Käufern finden, sagte er. Nach den Worten von Ralf Schäfer, Sprecher der RWE-Handelstochter RWE Trading, könnten die US-Firmen American Electric Power (AEP) und Dynegy die Marktmacher- Funktionen von Enron übernehmen. In Deutschland jedenfalls sieht er sein Unternehmen RWE als einen der Hauptmarktteilnehmer.

Enron hatte nach den Aussagen der Experten bislang einen Marktanteil von rund 30 % am Großhandel mit Strom in Deutschland und wird als einer der einflussreichsten Marktteilnehmer insgesamt angesehen. Weitere wichtige deutsche Marktteilnehmer neben Enron im Inland sind die großen Energieversorger RWE, Eon, EnBW und die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW). RWE und EnBW hatten nach eigenen Angaben bereits seit einigen Monaten ihre Risiken gegenüber Enron verringert, nachdem erste Probleme des Energiehändlers bekannt geworden waren.

Für Deutschland als den größten liberalisierten Energiemarkt in Europa schätzen Experten die Stromnachfrage auf jährlich rund 550 Terawattstunden (TWh). RWE Trading handelte nach eigenen Angaben bis Ende November rund 380 TWh.

Der US-Konzern Dynegy hatte am Mittwoch mitgeteilt, nicht mehr an der geplanten Fusion mit Enron festzuhalten. Daraufhin hatte Kreditagenturen ihre Enron-Ratings gesenkt. Durch die drastisch verschlechterte Kreditwürdigkeit könnte der größte US-Energiehändler, der auch in Europa stark aktiv ist, in den Konkurs getrieben werden.

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