Marktanteil zurückgegangen
Bahlsen: Saure Zeiten für süßes Gebäck

Deutschlands größter Süßwarenhersteller Bahlsen bekommt die anhaltende Konsumschwäche und den Preiskampf im Lebensmittelhandel kräftig zu spüren.

Reuters HANNOVER. Der Marktführer für Süßgebäck hat nach eigenen Angaben bereits Marktanteile verloren. Für 2002 verbuchte Bahlsen bis Ende April drei Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Neue Produkte und eine veränderte Markenstrategie mit den bekanntesten Produktnamen "Bahlsen" und "Leibniz" im Mittelpunkt sollen die Negativentwicklung nun stoppen.

Dabei geht es nach den Worten von Vorstandschef Werner Michael Bahlsen vor allem darum, wirksame Mittel gegen die Billigpreisstrategie von Discountketten wie Aldi zu finden. Die Discounter hätten bei einem insgesamt stagnierenden Markt für Süßgebäck erheblich an Marktanteilen gewonnen, sagte Bahlsen in Hannover. Allein seit Jahresbeginn sei der Anteil von Bahlsen auf 20 von 23 Prozent zurückgegangen.

Wachstumsziele 2001 nicht erreicht

Die negative Entwicklung zeichnete sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2001 ab. Mit einem Gesamtzuwachs im vorigen Jahr von lediglich 2,8 Prozent auf 547 Millionen Euro habe Bahlsen seine Wachstumsziele nicht erreicht, sagte der Vorstandschef. Dabei hatte der Umsatz bis Mai noch fast zehn Prozent über dem Niveau des Jahres davor gelegen.

Dass der Reingewinn 2001 dennoch auf 6,9 Millionen Euro von 4,4 Millionen Euro stieg, führte Bahlsen auf ein positives Auslandsgeschäft vor allem in Frankreich und Kostensenkungen zurück, die 2002 weitergeführt werden sollen. "Wir haben zu hohe Kosten und eine zu geringe Profitabilität", sagte Bahlsen.

Aussichten auch 2002 sehr verhalten

Die Aussichten für 2002 bezeichnete das Unternehmen als äußerst verhalten. "Bei den Rahmenbedingungen sehen wir noch nicht, woher der Aufschwung kommen soll", sagte Finanzvorstand Matthias Becker.

Besonders bekam Bahlsen die Zurückhaltung der Verbraucher nach der Euro-Bargeld-Einführung zu spüren. "Wir haben 2002 einen miserablen Start gehabt. Konsumenten sind einfach nicht in die Läden gegangen", sagte Bahlsen.

Konzentration auf Marken Bahlsen und Leibniz

Unter den Dachmarken "Bahlsen" und "Leibniz" sollen künftig alle Produkte des breiten Sortiments geführt werden. Für eine Werbekampagne hat Bahlsen 20 Millionen Euro eingeplant. Zum Umfang der Kostensenkung und Rationalisierung wollte Finanzvorstand Becker noch keine Angaben machen. Dies bedeute jedoch nicht zwingend, dass in größerem Umfang Arbeitsplätze abgebaut werden müssten. "Wir wollen mit neuen Produkten auch zusätzlichen Umsatz schaffen", sagte er.

Im vorigen Jahr war die Zahl der Bahlsen-Beschäftigten mit 3870 zum Jahresende nur um ein Prozent gesunken. Das Familienunternehmen Bahlsen war Mitte 1999 in drei voneinander unabhängige Firmen aufgeteilt worden. Unter dem Gründernamen Bahlsen firmiert seither nur noch der Süßwarenbereich. Der Bereich Salzgebäck wird seither von Lorenz Bahlsen unter dem Markennamen "Lorenz" geführt.

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