Marktausblick für Europa
Salomon setzt auf den Aufschwung

Der leitende Europastratege der Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney (SSSB), Robert Buckland, erwartet eine kräftige Kursrally.

tmo FRANKFURT/M. "Europas Aktienmärkte sind um 25 bis 30 % unterbewertet", sagte Buckland am Donnerstag vor Journalisten in Frankfurt. Die Investmenttochter der weltgrößten Bank Citigroup äußert sich damit leicht optimistischer als die Mehrheit der Anlagestrategen. Buckland betonte, die Dividendenrendite vieler Aktien übertreffe derzeit die Tagesgeldzinsen. "Einige britische Banken zahlen ihre Aktionären sogar mehr, als sie für ihre Langfrist-Anleihen aufwenden", sagte Buckland. Das zeige, wie günstig Aktien gegenüber anderen Anlageformen bewertet seien. Andere Experten wie Albert Edwards, Chefstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, misstrauen indes den Kaufsignalen traditioneller Modelle. "Viele Strategen, die Aktien jetzt als billig anpreisen, haben das auch gesagt, als die Kurse 20 % höher standen", warnt er in einer Studie.

Europas Bankaktien dürften wegen ihrer Kapitalmarkt-Abhängigkeit von einer Börsenerholung überproportional profitieren, meint SSSB. Als Favoriten nannte Bankanalyst Simon Samuels die Royal Bank of Scotland. Die Aktie handele zu Unrecht mit einem Abschlag zum Sektor. Versicherungsanalyst Trevor May setzt auf die britische Aviva (einst CGNU). Deren Kurs sei wegen des hohen Cash Flows nach unten abgesichert. Im Versorgerbereich empfiehlt SSSB-Experte Daniel Martin Eon. Die Sorgen von Anlegern wegen der umstrittenen Ruhrgas-Übernahme und geplanter US-Zukäufe seien übertrieben.

Bei seinen Prognosen setzt SSSB auf eine konjunkturelle Erholung. Investoren sehen allerdings dicke Fragezeichen hinter diese Annahme. Denn Konjunkturdaten wie der deutsche Ifo-Index und der US-amerikanische Einkaufsmanager-Index (ISM) sind zuletzt eingebrochen. "Aber die Daten widersprechen noch nicht unserem Szenario", betonte Buckland. Vielmehr sei es durchaus üblich, dass Frühindikatoren zu Beginn eines Aufschwungs zeitweise absacken. "Investoren profitieren mehr, wenn sie jetzt einsteigen, so lange noch Zweifel bestehen", sagte der SSSB-Stratege. "Wenn der Aufschwung kommt, werden Aktien teurer sein".

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