Marktbereinigung geht weiter
Brancheninsider: Die Zeiten sinkender Telefontarife sind vorbei

ddp-vwd. DÜSSELDORF. Die Zeiten sinkender Telefontarife sind zumindest vorübergehend vorbei. Die Verbraucher müssen sich wieder auf höhere Telefonrechnungen gefasst machen. "Natürlich wird es nicht mehr so teuer wie früher und auch das eine oder andere Sonderangebot wird es noch geben, etwa zu Festtagen", sagt Uwe Rosenhahn vom Brancheninformationsdienst "billiger-telefonieren.de" . Doch nachdem sich die Probleme bei den Anbietern Teldafax und Callino gezeigt hätten, werde langsam der gesamte Eisberg sichtbar, sagte Rosenhahn am Mittwoch in Düsseldorf.

Von den rund 400 bei der Aufsichtsbehörde gelisteten Anbietern seien derzeit nur etwa 60 aktiv. "Und davon haben eine Menge Probleme und noch mehr werden Probleme bekommen." Gut möglich, meinte der Branchenkenner weiter, dass es "Ende nächsten Jahres nur noch zehn Anbieter geben wird". Viele würden sich zu neuen Unternehmen zusammenschließen, andere vom Markt verschwinden. Für den Verbraucher bedeute dies "glasklar, dass Telefonieren wieder teurer wird". Dieser Trend werde erst gestoppt, wenn das "Monopol der Telekom in den Ortsnetzen wirklich fällt". Dann könnten Wettbewerber mit individuellen Angeboten wie Telefon plus Internet nochmals deutliche Preissenkungen herbeiführen und ein wirklicher Wettbewerb mit Dienst-Angeboten und-Anbietern stattfinden.

"Im Moment findet ein breitflächiger Marktbereinigungsprozess statt", analysierte Rosenhahn. Zum einen zögen bei vielen Call-by-Call-Anbietern deren ausländische Kapitalgeber ihr Geld zurück. Zum anderen könnten durch die jüngst erfolgte Neuregelung des Inkasso viele Call-by-Call-Unternehmen nicht mehr ihre Rechnungen an die Deutsche Telekom überweisen. Hintergrund: Technisch kann nur der einstige Staatsmonopolist feststellen, wer wann wohin wie lange telefoniert. Für die entsprechende Rechnungsstellung darf die Telekom inzwischen höhere Entgelte kassieren und "da geht vielen Kleinen die Luft aus", so Rosenhahn. "Deren Margen sind dann zu klein, die verdienen nichts mehr", fügte er hinzu.

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