Marktbericht Asien
Skeptische Aktionäre in Japan

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag schwach geschlossen. Nach einem nationalen Feiertag büßte der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte deutlich um 181,70 Punkte oder 1,57 Prozent ein. Immerhin: Die Bank of Japan sieht einen Silberstreif am Konjunktur-Himmel.

vwd - TOKIO. Schwach hat die Aktienbörse am Freitag nach einem Feiertag in Tokio den Handel beendet. Der Nikkei-225-Index verlor 1,6 Prozent bzw 181,70 JPY auf 11.345,08. Der Topix-Index fiel um 1,9 Prozent bzw 21,22 Zähler auf 1.076,63. Es wurden 726,57 (Mittwoch: 928,02) Mio Titel gehandelt. Die Sitzung sei von Skepsis über die weitere Entwicklung des Markts gekennzeichnet gewesen, hieß es. Dafür sorgten auch Äußerungen des Premierministers, keine zusätzlichen Anti-Deflations-Maßnahmen zu planen. Fujitsu gewannen 1,4 Prozent auf 1.056 JPY, Toshiba stiegen um 2,9 Prozent auf 567 JPY. Grund war noch immer die geplante Zusammenarbeit im Halbleitergeschäft.

Die japanische Notenbank hat in ihrem Monatsbericht zur konjunkturellen Entwicklung des Landes erstmals seit Juli 2000 ihre Einschätzung der weiteren Wirtschaftsentwicklung verbessert. Viele Beobachter hatten diese Kehrtwendung erwartet, nachdem auch die Regierung zuletzt erste positive Anzeichen ausgemacht hatte. "Japans wirtschaftliche Situation verschlechtert sich weiterhin, aber der Abwärtsdruck durch fallende Exporte und hohe Lagerbestände geht zurück", heißt es im Bericht der Bank of Japan (BoJ) vom Freitag.

Auf der Exportseite sei eine Erholung festzustellen, da der Rückgang der Nettoausfuhren gestoppt zu sein scheine. In ihrem vorangegeangenen Bericht hatte die BoJ noch davon gesprochen, dass Mitte des Jahres mit einer Aufhellung der Exportsituation zu rechnen sei. Daneben schreibt die BoJ, dass sich die Lagerbestandsanpassungen im Sektor Informationstechnologie dem Ende näherten.

Das Tempo der Abschläge bei der Industrieproduktion habe sich ebenfalls deutlich verlangsamt. Im Januar war der Ausstoß der japanischen Industrie gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent geschrumpft, allerdings wurde diese Entwicklung von einem starken Abbau der Lagerbestände begleitet, die auf das tiefste Niveau seit Oktober 1990 zurückgingen. Auf der anderen Seite zeigt sich die Notenbank weiterhin besorgt über die Konsumschwäche, die sie in der anhaltend schwierigen Situation am Arbeitsmarkt begründet sieht.

Mit Blick auf das Ausland notiert die BoJ, dass die Chancen einer Erholung in den USA stiegen. Auch die ostasiatischen Volkswirtschaften dürften dem Bericht zufolge die konjunkturelle Talsohle erreicht haben. Damit entstünden neuerliche Exportimpulse, die die Wirtschaft des Landes aber nicht vor der Gefahr negativer Einflüsse, insbesondere seitens der in- und ausländischen Aktienmärkte, bewahrten.

An der Inflationsfront sieht die Zentralbank keine Beruhigung und konstatiert, dass weiterhin Abwärtsdruck auf den Preisen laste, der sich in der Zukunft sogar noch verstärken könne. Positiv werden an dieser Stelle jedoch die Abwertung des japanischen Yen wie auch die jüngsten Preiserhöhungen an den Rohstoffmärkten erwähnt. Die asiatischen Anrainer dürften diesen Passus mit Argwohn bewerten, da es in der Vergangenheit mehrfach zu diplomatisch verbrämter Kritik an der Wechselkurspolitik Japans gekommen ist. Die Nachbarländer befürchten negative Auswirkungen eines "verbalen" Abwertungsdrucks auf den Yen und eine Externalisierung der wirtschaftlichen Probleme des Landes.

Etwas fester hat die Aktienbörse am Freitag in Singapur den Handel beendet. Der Straits-Times-Index (STI) gewann 0,4 Prozent bzw 6,33 Punkte auf 1800,20 und endete damit knapp über der psychologischen Marke von 1800 Punkten. Umgesetzt wurden 586,7 (Donnerstag: 679,8) Mio Aktien. Dabei wurden 331 Kursgewinner und 312-verlierer gezählt, 353 Titel notierten unverändert. Der Handel sei ruhig und impulsarm gewesen, hieß es. Die Signale aus den USA seien uneinheitlich und böten wenig Orientierung. Am Vormittag habe sich das Interesse auf kleine und mittlere Werte konzentriert, am Nachmittag dagegen hätten sich europäische Käufer den Blue Chips zugewandt.

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