Marktbericht Börse Frankfurt
Dax verliert zum Wochenschluss

Konjunktursorgen haben am Freitag den Aktienmarkt belastet. Nach dem leichten Plus vom Vortag fiel der Dax um 0,5 Prozent auf 6680 Zähler. Weltweit mache sich Skepsis über die wirtschaftliche Entwicklung breit, sagte Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba. Er verwies darauf, dass auch Konjunkturdaten aus Japan und China zuletzt eine Abschwächung des Wachstums signalisierten.

HB FRANKFURT. In Deutschland haben die hohen Spritpreise im Mai wieder für eine kräftige Teuerung gesorgt und Inflationsängste geschürt. Der hohe Ölpreis bleibe eine Bremse für den Aktienmarkt, sagten Händler. "Der Abwärtstrend ist intakt, und die Gefahren sind größer als die Chancen", sagte Schmidt.

Auf den Verkaufslisten der Händler ganz oben standen Autowerte, allen voran BMW, die 2,5 Prozent nachgaben. Sachs hat die Kraft Anlageempfehlung für die Titel auf "Neutral" von "Attractive" gesenkt. Auf die Stimmung drückte auch ein knapp achtprozentiger Rückgang der Pkw-Neuzulassungen in Europa im Mai. Börsianern zufolge befürchten Investoren, dass sich dieser Trend angesichts der hohen Benzinpreise fortsetzen werde.

Auf Talfahrt blieben Thyssen-Krupp-Aktien. Händler sprachen von anhaltenden Gewinnmitnahmen. Daneben belaste der Ausblick für die deutsche Stahlindustrie. Der Branchenverband hat für das laufende Jahr eine stagnierende Produktion vorausgesagt. Die Aktien des Stahlkonzerns büßten 4,3 Prozent auf 39,91 Euro ein. Auf Sicht von drei Monaten hatten sie zuletzt knapp 15 Prozent gewonnen. Im Nebenwerteindex MDax lagen Salzgitter 3,1 Prozent im Minus. Die Drei-Monats-Bilanz gleicht der von Thyssen-Krupp.

Unbeliebt blieben die Finanzwerte. Eine Hochstufung der Citigroup für den europäischen Bankensektor auf "Neutral" von "Underweight" verpuffte. Lediglich die Allianz entzog sich dem Abwärtstrend. Die Aktien des Münchener Finanzkonzerns gehörten mit einem Plus von 2,9 Prozent auf rund 116 Euro zu den wenigen Dax-Gewinnern, was Börsianer mit Spekulationen auf ein Zusammengehen der Tochter Dresdner Bank mit der Commerzbank begründeten. Commerzbank-Titel zogen dreieinhalb Prozent an.

Gefragt waren auch Siemens-Papiere, die mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 73,70 Euro auf eine reagierten. Die Investmentbank nahm die Titel auf die "Conviction Buy List" auf und bekräftigte das Kursziel mit 95 Euro.

Für Gesprächsstoff am Markt sorgten auch Spekulationen auf eine Übernahme der Infineon-Tochter Qimonda durch die japanische Elpida. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte den Elpida-Chef mit der Aussage zitiert, an einem Aktientausch oder am Kauf von Anteilen interessiert zu sein. Infineon-Aktien reagierten mit einem Kursplus zum Handelsauftakt. Im Verlauf drehten sie rund 1,5 Prozent ins Minus, nachdem der japanische Konzern mitgeteilt hatte, gegenwärtig keine Anteilsübernahme bei Qimonda zu erwägen.

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