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Marktbericht: Kein Crash in Sicht

Die Börse lebt, und der Crash ist ausgeblieben. Das Horrorszenario, das von der Dresdner Kleinwort Wasserstein Ende letzter Woche aufgestellt wurde, ist heute nicht eingetreten. Sowohl der Dow Jones Index als auch der Nasdaq Composite können Verluste aus den ersten Handelsminuten im Laufe des Vormittags wett machen. Einzelhandelsaktien gehören zu den größten Gewinnern.

Die Produktivitätsdaten, die kurz vor Handelsbeginn veröffentlicht wurden, sind besser ausgefallen als im Vorfeld prognostiziert worden war. Die Produktivität ist in den USA im zweiten Quartal 2,5 Prozent gestiegen. 1,6 Prozent waren erwartet worden. Ein kleiner Schönheitsfehler ist jedoch in den Angaben enthalten: der Anstieg kam vor allem durch Entlassungen zustande. Weniger Angestellte bei kaum verändertem Output bedeutet eben einen Anstieg der Produktivität. Am Mittwoch wird das sogenannte Beige Book veröffentlicht. Das Beige Book enthält keine wirklich neuen Informationen, aber es ist eine Zusammenfassung der jüngsten Wirtschaftsdaten und gilt als Grundlage für die nächste Notenbanksitzung.

Zunächst für einen gehörigen Schreck haben neue, negative Meldungen über den Chipbereich gesorgt. Die Credit Suisse First Boston rechnet in der Industrie mit einem Nachfrageeinbruch um 30 Prozent. Die Investmentbank stuft 20 Aktien ab. Darunter befinden sich sowohl klassische Chipunternehmen als auch Ausrüster. Erst zum Wochenstart hatte das Brokerhaus Lehman Brothers Anleger davor gewarnt, dass Intel eine Preisbombe detonieren lassen könnte. Die Preise für Halbleiter wie den Pentium 4 könnten um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Auch von der Ertragsfront gibt es Neuigkeiten. Procter & Gamble und MetLife haben ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Beide Firmen haben die Gewinnschätzungen um einen Cent pro Aktie übertroffen. Inklusive außerordentlicher Kosten hat Procter & Gamble allerdings den ersten Verlust seit acht Jahren ausgewiesen. Das Unternehmen hat eine Dividendenerhöhung angekündigt. Zudem rechnet der Konzern mit einem ähnlichen Gewinnwachstum wie im laufenden Jahr. Die Aktie tendiert rund ein Prozent freundlicher.

Nach Handelsschluss wird noch Cisco Systems die Geschäftszahlen vorlegen. Im Vorfeld wird an der Wall Street befürchtet, dass der Netzwerkkonzern die Prognosen für den weiteren Jahresverlauf reduzieren könnte. Analysten erwarten für das abgelaufene vierte Quartal einen Gewinn von zwei Cents pro Aktie. Das Papier hat den Handel am Dienstag schwächer eröffnet.

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