Markteinführung im Frühjahr 2003 – Käfer-Produktion läuft spätestens Ende 2004 aus
New-Beetle-Cabrio soll VW in Mexiko neues Wachstum sichern

Mit der Produktion des New-Beetle-Cabrio will Volkswagen de Mexico im nächsten Jahr wieder auf Wachstumskurs steuern. "Wir erwarten uns einen kräftigen Schub durch das Auto", sagte der neue Vorstandsvorsitzende von VW Mexiko, Reinhard Jung, dem Handelsblatt.

PUEBLA. Volkswagen wird das Cabrio in seinem Werk in Puebla, östlich von Mexiko-Stadt, für den Weltmarkt bauen. Die Markteinführung in Europa und Nordamerika ist für das erste Quartal 2003 geplant. Im Oktober soll der Wagen in Miami der Fachpresse und im Januar der Öffentlichkeit bei der Automesse in Detroit vorgestellt werden.

Einen Absatzschub kann VW in Mexiko gut gebrauchen. In Puebla rollten im vergangenen Jahr 381 000 Autos vom Band, ein Minus von 10 % gegenüber dem Rekordjahr 2000. Seitdem ist das Geschäft von dem Einbruch der US-Konjunktur geprägt. Zwei von drei Autos, die in Mexiko gefertigt werden, gehen in die USA.

Für dieses Jahr rechnet Volkswagen mit einem weiteren Produktionsrückgang um 8 % auf 350 000 Fahrzeuge und einem stagnierenden Umsatz von rund 7 Mrd. $. Zwischen Juli 2001 und Juli 2002 baute der Autohersteller in Mexiko knapp 2 000 Arbeitsplätze ab. Mit jetzt 14 000 Mitarbeitern ist der Standort Puebla aber nach wie vor die größte einzelne VW-Fertigungsstätte in Amerika. In Puebla wird bereits seit 1998 der New Beetle für den Weltmarkt produziert. Außerdem baut VW dort den Jetta für den lokalen und den nordamerikanischen Markt und - ausschließlich für Mexiko - noch den legendären Käfer. Die Produktion des Golf Cabrio lief in diesem Sommer aus. Vom neuen Beetle-Cabrio sollen mehr als 30 000 Einheiten pro Jahr produziert werden.

Gute Perspektiven für den Standort Mexiko

Mittel- und langfristig sieht VW gute Perspektiven für den Standort Mexiko. Dazu trage das Anwachsen des Inlandsmarktes in diesem Jahr um 8 % auf rund eine Million PKW und leichte Nutzfahrzeuge bei. In diesem Segment hat der VW (VW, -Konzern Seat, Audi) die Nase mit 25,8 % Marktanteil leicht vor der Konkurrenz von General Motors (GM) und Nissan. Als weitere Positivfaktoren gelten die stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie niedrige Inflation und stabile Währung sowie der moderate Tarifabschluss in diesem Jahr. Anfang des Monats einigte sich Volkswagen de México mit der Gewerkschaft auf eine Lohnerhöhung von 5,5 %. Dadurch konnte erstmals seit drei Jahren ein Streik im Werk in Puebla vermieden werden. Dies sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Standort Mexiko von der Zentrale künftig bei weiteren Produkten Berücksichtigung finde, betonte Jung. Mexiko ist inzwischen kein "Low-Cost-Standort" mehr. Die reinen Lohnkosten liegen höher als in China, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

Trotz starker Absatzeinbußen in den vergangenen Jahren will Volkswagen vorerst am Bau des alten Käfers festhalten. Das Auto werde nach der derzeitigen Bedarfslage im kommenden Jahr weiter vermarktet, sagte der Chef von VW Mexiko. Im Jahr 2000 wurden noch über 41 000 Käfer in Puebla gebaut, ein Jahr später liefen noch knapp 39 000 Käfer von Band. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Absatz von nur noch 22 000 Fahrzeugen. Noch immer ist der Käfer mit einem Preis von rund 7000 Euro das günstigste Auto in Mexiko. Andere Hersteller bieten aber inzwischen für fast den gleichen Preis viertürige Fahrzeuge an, die oftmals besser ausgestattet sind. "Wir bauen den Käfer solange, wie die Nachfrage da ist", sagte Jung. Dennoch ist sein Ende besiegelt. Spätestens Ende 2004 wird die Produktion eingestellt. Im Jahr 2005 tritt eine neue Abgasnorm in Mexiko in Kraft, die der Käfer nicht mehr erfüllt.

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