Markterwartungen erfüllt
Nortel will schnell wieder in die Gewinnzone

Der kanadische Telekomausrüster Nortel Networks hat im zweiten Quartal 2002 bei stark rückläufigem Umsatz seinen Verlust deutlich verringert.

Reuters OTTAWA. Zugleich kündigte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss an, weitere Kostensenkungen in Erwägung zu ziehen, um kurzfristig wieder den Sprung in die Gewinnzone zu schaffen. Mit seinem Ergebnis im abgelaufenen Quartal erfüllte Nortel die Markterwartungen. Für das laufende dritte und das vierte Quartal erwartet Nortel eine Verbesserung seiner Ergebnisse im Vergleich zu den jeweiligen Vorquartalen.

Der Nettoverlust habe sich im zweiten Quartal auf 697 Millionen Dollar oder 0,20 Dollar je Aktie verringert nach einem Minus von 19,4 Milliarden Dollar oder 6,08 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal, teilte das Unternehmen mit. Der Pro-Forma-Verlust habe sich auf 323 Millionen Dollar oder 0,09 Dollar je Aktie reduziert. Dieses Ergebnis hatten von Thomson First Call befragte Analysten im Mittel auch vorausgesagt. Im Vorjahresquartal hatte der Pro-Forma-Verlust noch bei 1,55 Milliarden Dollar oder 0,48 Dollar je Aktie gelegen.

Anhaltende Nachfrageschwäche drückt den Umsatz

Der Nortel-Umsatz brach den Angaben zufolge wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche im abgelaufenen Quartal auf 2,77 (Vorjahr 4,6) Milliarden Dollar ein und lag damit ebenfalls im Rahmen der Markterwartungen. Für das laufende dritte Quartal sieht der Konzern den Umsatz im Wesentlichen unverändert zum zweiten Quartal.

Nortel verfolge weiterhin das Ende Mai verkündete Ziel, bei einem Quartalsumsatz von 3,2 Milliarden Dollar bis zum vierten Quartal 2002 die Gewinnschwelle erreichen zu wollen, teilte Konzernchef Frank Dunn mit. Das Unternehmen rechne aber mit weiteren Kostensenkungen unter anderem in den Bereichen Verwaltung und Verkauf. Ob dies zusätzlichen Arbeitsplatzabbau mit sich bringen wird, gab das Unternehmen nicht bekannt. Nortel hatte im Mai angekündigt, 3500 Stellen zu streichen. Damit soll die Belegschaft auf 42.000 Mitarbeiter sinken, nachdem der Konzern Ende 2000 noch rund 94.500 Beschäftigte ausgewiesen hatte.

Marktlage weiter schwierig

Auch für das kommende Jahr rechnete Nortel weiterhin mit einer schwierigen Marktlage. Branchenkenner sprachen von einer absehbaren Prognose. "Ganz offensichtlich ist der Ausblick, dass der Investitionsaufwand in der Telekommunikationsbranche 2003 weiter gedrosselt wird, ein negativer. Aber ich denke nicht, dass dies eine Überraschung darstellt", sagte Portfoliomanager Duncan Stewart von Tera Capital Corp. "Es würde mich wundern, wenn der Aktienkurs deswegen hoch oder runter gehen sollte", sagte Stewart.

Nortel-Aktien notierten im nachbörslichen Handel auf der elektronischen Handelsplattform Instinet auf ihrem Schlussniveau an der New Yorker Wall Street bei 1,31 Dollar.

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