Marktforscher erwarten trotz Terrorangst einen Zuwachs
Schöne Weihnachten für Internet-Händler

Die Konjunkturschwäche wird das Weihnachtsgeschäft 2001 schmälern. Trotzdem dürften die Umsätze im Internet kräftig steigen. Der Marktforscher Gartner erwartet Online-Käufe für 25 Mrd. Dollar.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Das Weihnachtsgeschäft 2001 wird für die Händler im Internet erfreulich werden. Das jedenfalls sagen Marktforscher voraus. Zuwächse von 20 bis 40 % in den Monaten November und Dezember prophezeihen die Analysten den Online-Verkäufern - trotz schwacher Konjunktur und der zusätzlichen negativen Auswirkungen der Terrorangriffe auf die Kauflust der Kunden.

Einig sind sich die Analysten, dass das Verhalten der Käufer nach den Terroranschlägen und wegen des Krieges gegen Afghanistan in diesem Jahr besonders schwer vorherzusagen ist. "Es ist so stark von Psychologie beeinflusst, dass die Effekte kaum absehbar sind", sagt etwa Rob Leathern, Analyst bei Jupiter Media Metrix.

Leathern meint einerseits die Angst vor belebten innerstädtischen Plätzen wie Einkaufszentren, wo Terroristen zuschlagen könnten und Käufer daher den Gang in die Geschäfte fürchten könnten. Statt die Geschenke persönlich zu überbringen, werden die Leute ihre Lieben in diesem Jahr wohl verstärkt per Post bescheren. Auf der anderen Seite ist aber die Furcht vor biologischen Terrorakten. Vor allem in den USA grassiert die Angst, dass die Post mit Krankheitserregern wie Milzbrand verseucht ist, was das Misstrauen gegen Lieferdienste schürt.

Nach Ansicht der meisten Analysten werden sich diese Effekte jedoch ausgleichen. "Ich glaube nicht, dass diese Faktoren dominant für das Weihnachtsgeschäft sind" , kommentiert etwa David Schehr, Analyst beim Marktforscher Gartner Group.

Den Zulauf für die Internet-Händler begründet Gartner vor allem mit der einfacheren Bedienbarkeit und höheren Funktionalität der Angebote sowie der größeren Flexibilität bei der Lieferung. Größeren negativen Einfluss werden konjunkturelle Aspekte wie die zahlreichen Entlassungen und die zunehmenden Sorgen über die Erholung der Wirtschaft haben. "Wir haben die Wachstumserwartungen wegen der immer schwächeren Konjunktur schon vor dem 11. September gesenkt", sagt Schehr. So liegen die Prognosen denn auch deutlich unter denen des Vorjahres.

Gartner erwartet für das vierte Quartal 2001 einen Umsatz der Branche von 25,29 Mrd. $. Das ist ein Wachstum um 38,7 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. In Europa liegt die Wachstumsrate leicht darüber, bei 39,6 %. Insgesamt sollen die Europäer fast 8,6 Mrd. $ für Online-Weihnachtseinkäufe ausgeben. In Nordamerika soll der Umsatz um 30 % auf 11,9 Mrd. $ steigen. Die Internet-Marktforscher von Bizrate sagen für die Zeit vom 19. November bis zum 26. Dezember für die USA einen Anstieg der Online-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 % auf 6,3 Mrd. $ voraus. Der Zuwachs ist allerdings nur noch halb so hoch wie im Jahr zuvor. Jupiter Media Metrix rechnet mit einem Online-Umsatz der um etwa ein Fünftel über dem der Weihnachtssaison 2000 liegt.

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