Marktforscher: Kein „Teuro“
Euro beschert Discountern neue Kunden

Die Euro-Bargeld-Einführung hat den Lebensmittel- Discountern in den vergangenen Monaten erheblich mehr Kundschaft beschert. Wie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) der Agrarwirtschaft am Dienstag in Berlin mitteilte, wechselten viele Verbraucher wegen der niedrigeren Preise vom klassischen Einzelhandel zu Discountern wie Aldi, Penny oder Lidl.

dpa BERLIN. Zugleich wiesen die Marktforscher den Eindruck zurück, dass sich die Durchschnittspreise für Lebensmittel durch den Euro erhöht hätten. In der Gastronomie und in Imbissen sei aber "tatsächlich vieles teurer geworden".

Nach Angaben der ZMP konnten die Billig-Ketten ihren Anteil am Gesamtumsatz der Lebensmittel-Branche deutlich erhöhen. Er stieg von 33 Prozent im Gesamtjahr 2001 auf 36,5 Prozent im ersten Quartal 2002. "Das ist bei diesem Milliardenmarkt eine erhebliche Schnitte", sagte der Leiter der ZMP-Marktforschung, Paul Michels. Den Wechsel vieler Verbraucher zu Billig-Anbietern begründete er damit, dass die Discounter zum Start des Euro-Bargelds am 1. Januar werbewirksam die Preise gesenkt hätten. Mit dieser Preisstrategie hätten sie einen "Vertrauensvorschuss" gewonnen.

Im Unterschied zur vielfachen Wahrnehmung haben sich die Lebensmittelpreise nach den Ergebnissen der ZMP in Zusammenhang mit dem Euro-Bargeld nicht erhöht. Michels verwies darauf, dass es wegen schlechter Ernten Anfang des Jahres zu Angebotsengpässen und damit auch zu einem "extremen Preisschub bei Gemüse und teilweise auch bei Obst" gekommen sei. Beispielsweise habe sich der Preis für Tomaten binnen Jahresfrist verdoppelt. Teurer wurden auch Kartoffeln, Äpfel und Vollmilch. Billiger wurden nach ZMP-Angaben dagegen Fleisch, Bananen, Butter und Salat.

Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle ist eine Einrichtung der Agrarwirtschaft. In ihrem Auftrag wird wöchentlich die Preisentwicklung von ausgewählten Produkten in bundesweit 1300 Geschäften beobachtet.

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