Marktführer bei Online-Auktionen soll in die Internet-Strategie des Softwarekonzerns eingebunden werden
Microsoft holt Ebay auf seine Seite

Der Softwarekonzern Microsoft Corp. und das Online-Auktionshaus Ebay Inc. vereinen die Kräfte, um ihre Internet-Technologien und-Dienste stärker zu verbreiten. So wird Ebay künftig die Software-Werkzeuge für die Entwicklung des Internet einsetzen, die Microsoft im Rahmen seiner Internet-Strategie namens Dot-net (".Net") entwickelt.

hb NEW YORK. Im Gegenzug erhalten eine große Zahl von Programmierern Zugang zu Ebay-Technologien. Da die Dot-net-Strategie zudem nicht auf PC beschränkt sein wird, kann Ebay Endkunden künftig auch über andere schnurlose Geräte wie elektronische Organizer und Handys erreichen. Microsoft wird die Ebay-Auktionsangebote auf seinen Internet-Seiten präsentieren - etwa beim allgemeinen Portal MSN, dem Online-Autohändler Car Point oder der Seite für kleine Unternehmen, bCentral.

Das Auktionhaus arbeitet derzeit an einem Projekt mit dem Namen "Ebay API". Hier geht es um standardisierte Technologien für die Software-Entwicklung. API erleichtert den IT-Spezialisten das Schreiben von Programmen und ermöglicht es dem Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose, seine Auktionsseiten einfacher bei unabhängigen Online-Angeboten unterzubringen.

"Wir glauben, die Allianz mit Microsoft wird API einen großen Schub verleihen und helfen, sich schneller und weiter im Internet zu verbreiten", kommentierte Ebay-Chefin Meg Whitman das Bündnis. Sie möchte API gern zum "Betriebssystem für E-Commerce" ausbauen - eine Anlehnung an Microsofts Windows für PC.

Wichtiger Teil der Internet-Strategie für Microsoft

Für den Softwarekonzern aus Redmont im US-Bundesstaat Washington ist die Partnerschaft mit Ebay wichtiger Teil seiner Internet-Strategie. Denn Microsofts Herrschaft über die PC-Software schwindet. Umso mehr spricht man daher vom Internet. Microsoft-Chef Steven Ballmer sagte selbstbewusst, er glaube, sein Unternehmen biete das "umfassendste Software-Angebot in der Branche für die Entwicklung von Internet-Diensten auf Basis der Programmiersprache XML". Die Partnerschaft mit Ebay spiegele das wider.

Beide Partner haben gute Gründe für ihre Allianz. Der Kurs von Ebay hat der anhaltenden Krise der Internet-Werte zwar besser standgehalten als der anderer Internet-Pioniere - man denke nur an den Online-Händler Amazon.com Inc. oder des Internet-Portals Yahoo! Inc. Aber sinkende Zuwächse im Auktionsgeschäft und die relativ hohe Bewertung der Aktie geben Anlegern zu denken.

Microsoft wiederum versucht, seinen Einfluss auf die Entwicklung von Internet-Software auszubauen. Für PC hatte der Konzern einst Standards setzen können, doch in letzter Zeit schreiben die Programmierer Web-basierte Software, die mit den Microsoft-Technologien nichts mehr zu tun haben. Die neue, noch sehr vage Dot-Net-Strategie soll nun bestehende Produkte Internet-fähig machen und neue Dienste entwickeln, die auf einem branchenweiten Internet-Standard basieren.

Ebay verwendet bereits einen dieser Standards für API: die Computersprache XML. Microsoft will hier anknüpfen und zusätzliche Dienste liefern, die Ebays Technologie einfacher und schneller machen sollen. Zudem wird Ebay den Online-Pass von Microsoft - "Passport" - nutzen. Hierüber können die Kunden mit einem Nutzernamen und einem Passwort unterschiedliche E-Commerce-Seiten besuchen und Daten für die Bezahlung speichern. Dies soll den Zugang zu Auktionsseiten auch vom Handy aus erleichtern. Dies dürfte auch Passport zugute kommen: Die Technologie hat bisher nicht den erhofften Anklang gefunden.

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