Marktführer Fielmann muss Prognosen korrigieren
Trübe Aussichten für Optiker

Flaute in der Augenoptikerbranche: Die Umsätze der Betriebe stagnieren, Erwartungen werden zurückgeschraubt. Auch Branchenprimus Fielmann revidiert seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Die Börse quittiert dies mit einem Abschlag.

beu/lü HAMBURG/DÜSSELDORF. Die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte spürt auch die Augenoptikerbranche. So rechnet der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) für das laufende Geschäftsjahr 2001 mit einem Branchenumsatz etwa in Vorjahreshöhe von 4 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr konnte die Branche noch ein Plus von 3,3 % verzeichnen, sagte Geschäftsführer Joachim Goerdt dem Handelsblatt.

Auch die Fielmann AG, Hamburg ist von der Flaute betroffen. Zwar konnte der Marktführer in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres weiter wachsen, muss jedoch im Hinblick auf das Gesamtjahr seine Umsatz- und Gewinnprognose korrigieren. So erwartet Fielmann einen Umsatz in Höhe von 765 Mill. Euro nach zuvor angenommenen 770 Mill. Euro. Unter dem Strich wird auch der Jahresüberschuss mit 39 Mill. Euro deutlich niedriger ausfallen. Geplant waren ursprünglich 44 Mill. Euro.

Ausschlaggebend für die Stagnation im Markt für Augenoptik sei insbesondere der sinkende Absatz bei Brillenfassungen und-gläsern, erläutert ZVA-Chef Goerdt. Dem stehe gleichzeitig ein Trend zu höherwertigen Brillen gegenüber. So würden zum Beispiel beim Material der Brillen die Metallfassungen, mit einem Anteil von 79 % dominieren. Im Gläserbereich laufen Kunststoffgläser mit einem Anteil von 55,8 % weiterhin recht gut. Nach wie vor hoch sei auch der Veredelungsgrad der verkauften Brillengläser. So würden rund 72 % der Gläser entspiegelt und rund die Hälfte aller Kunststoffgläser speziell gehärtet. Durch diese Verlagerung der Umsätze zu höherwertigen Segmenten könne die Branche trotz rückläufiger Stückzahlen derzeit wenigstens ihr Erlösniveau halten.

Sorgen macht Goerdt auch die sich verschärfende Wettbewerbssituation. Ungeachtet der flauen Konjunktur erhöhe sich die Zahl der augenoptischen Betriebe weiter. So zählt die ZVA-Statistik für das 1. Halbjahr 2001 insgesamt 9719 Betriebsstätten, 29 mehr als noch zu Anfang des Jahres. Viele Betriebe würden, vor allem durch die wachsende Konkurrenz von Kleinstgeschäften, weiter unter Druck geraten, befürchtet der ZVA. Zu den größten Augenoptik-Filialisten zählen, neben Fielmann (446 Filialen), die Unternehmen Apollo-Optik, Schwabach, (290 Filialen, 195 Mill. Euro Umsatz), Krane, Rheda-Wiedenbrück, (80 Filialen, 51 Mill. Euro Umsatz ) sowie Optiker Bode, Hamburg (68 Filialen, 31 Mill. Euro Umsatz).

Eine kurzfristige Konjunkturbelebung erwartet auch Fielmann nicht. Gleichwohl plant der Konzern in 2002 das Ergebnis dieses Jahres zu übertreffen. Dazu beitragen soll eine Verdichtung des Niederlassungsnetzes in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden. Da ist die Warburg Bank skeptischer. Das Institut hat die Fielmann-Aktie von "Kaufen" auf "Halten" zurückgestuft. Fielmann weise durch die Expansion im europäischen Ausland zwar weiter hohes Wachstumspotential auf, doch geht Warburg davon aus, dass es angesichts des konjunkturellen Umfelds schwieriger wird, überproportionale Ergebnisverbesserungen zu realisieren. Dies zeigt auch der Zwischenbericht des Konzerns. Zwar stieg in den ersten drei Quartalen der Gesamtumsatz um 8,3 % auf 572,2 Mill. Euro und der Brillenabsatz konnte mit 3,8 (3,7) Mill. Stück zulegen. Dennoch ging das Geschäftsergebnis zurück. Vor allem der erhöhte Aufwand für Personal, Material und Abschreibungen ließ den Bruttogewinn um 5,5 % auf 48,9 Mill. Euro schrumpfen. Nur wegen der gesunkenen Ertragsteuerbelastung kann Fielmann für die ersten neun Monate mit 32,7 (30) Mill. Euro einen höheren Jahresüberschuss ausweisen. Der Gewinn pro Aktie legte um 11 % zu. Der Kurs der Aktie gab nach Bekanntgabe der Ergebnisse um knapp 2 % auf 37,80 Euro nach.

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